Gräfenberg-Zone oder G-Punkt: Wie man ihn findet

G-Punkt

G-Punkt

Das mit der weiblichen Sexualität ist so eine Sache. Sie liegt so sehr im verborgenen und ist so vielen Schwankungen unterworfen,  dass sie selbst für uns Frauen immer ein wenig ein Mysterium bleiben wird. Selbst wenn wir mit der Zeit glauben uns gut zu kennen, erscheint plötzlich eine neue Empfindung, ein andere Tiefe in unserem Erleben und wir fragen uns: Was ist DAS jetzt?

Nicht wenigen Frauen geht es so mit dem G-Punkt oder der der Gräfenberg-Zone, benannt nach dem vermeintlichen Entdecker Ernst Gräfenberg.

Herr Gräfenbergs Verdienst war es sicherlich, diese Lustzone weiblicher Sexualität zu beschreiben und ihr Vorhandensein wissenschaftlich zu untermauern. Entdeckt haben ihn jedoch mit Bestimmtheit etliche Frauen und Männer vor ihm. Dass er der G-Punkt so kontrovers diskutiert wird liegt wahrscheinlich darin begründet, dass er nicht für alle Frauen und in jedem Alter gleich lustvoll erlebt wird. Er ist eben kein „Knopf“ den es mechanisch zu drücken gilt und der eine Frau in sofortige Ekstase versetzt. Es ist vielmehr ein Areal, welches jede Frau anders empfindet und im Laufe ihres Zyklus auch unterschiedlich wahrnimmt, den es zu entdecken und zu erkunden gilt. Dafür bedarf es eines geduldigen Liebhabers oder einer Liebhaberin, die sich mit viel Entdeckerfreude dahin aufmacht, die ganz spezielle Gräfenberg-Zone der Geliebten zu erkunden.

Anatomisch gesehen liegt der Beginn des G-Punktes oder die Gräfenberg-Zone 4-5cm tief im oberen Scheidengewölbe hinter dem Schambein und setzt sich dann in der Tiefe fort. In der Regel liegt man bei der Suche nach ihm richtig, wenn man vorsichtig, b.B. unter der Verwendung von Gleitmittel, die Finger tief einführt und dann die Fingerkuppen krümmt als wolle man an einem Ring ziehen. Das Gewebe welches man dabei ertastet ist etwas rauer als die ansonsten glattere Oberfläche der Scheideninnenwand und fühlt sich geriffelt an. Hat man dieses Areal gefunden kann man beginnen, die Finger in einer klopfenden, pulsierenden Richtung nach oben zu bewegen und dabei um das Feedback der empfundenen Gefühle zu bitten. Wie und ob eine Frau das Berühren und Stimulieren der Gräfenberg-Zone als lustvoll empfindet, ist von vielen Dingen abhängig. Ganz wichtig ist, sich ihr anfangs erst dann zu nähern, wenn schon ein gewisser Lustpegel erreicht ist. Die Chance, dass die Berührung dann als lustvoll und nicht als unangenehm empfunden wird, steigt mit steigender Erregung an. Für viele Frauen ist die Gräfenberg-Zone nicht direkt und von Anfang an angenehm, geschweige denn lustvoll. Da direkt über ihr die Blase liegt ist es eng verbunden mit dem Gefühl urinieren zu müssen und daher erst einmal sehr ungewohnt. Es mag eine Hilfe sein, vor Beginn der Erkundung die Blase zu entleeren um den Kopf frei zu haben.

Steigt die Lust der Frau beginnt auch die Gräfenberg-Zone sich zu verändern. Was anfangs als weiches, raues Gewebe zu tasten war gewinnt zunehmend an Härte und Größe. Tatsächlich ist es von der anatomischen Struktur her dem Penis sehr ähnlich, welcher sich im Laufe steigender Erregung mit Blut füllt. Nichts anderes passiert mit dem G-Punkt, er schwillt mehr und mehr an und kann kurz vom dem Orgasmus die Größe eines Golfballes annehmen. Je stärker die Gräfenberg-Zone anschwillt, desto lustvoller ist in der Regel eine immer intensivere Stimulation derselben. Sie kann in eine stossartige Ein- und Auswärtsbewegung münden, die von der Gebenden Person viel Kraft und Konzentration erfordert und nicht wenig Ähnlichkeit mit den Bewegungen beim Koitus hat. Diese Intensität ist nicht für alle Frauen gleich lustvoll und erfordert einen intensiven Austausch bei den ersten Malen. Wenn stoßartige Bewegungen angenehm sind ist darauf zu achten, dass die Finger immer gekrümmt bleiben und die Bewegung zur Bauchdecke und nicht einfach nach Innen gerichtet ist. Dies macht meist den kleinen, aber entscheidenden Unterschied aus und auch, ob durch diese Stimulation ein Orgasmus erreicht wird oder nicht.

Für viele Frauen ist eine abwechselnde oder gleichzeitige Stimulation des Außenbereiches inclusive der Klitoris sehr angenehm und natürlich sollte man auch die erogene Zone der Brüste dabei nicht vergessen. Wie immer in der gemeinsamen Sexualität sollte der Fokus auf dem Weg und nicht auf dem Ziel liegen und es sollte nie darum gehen, eine Orgasmus mit aller Kraft zu erzwingen. Je mehr „Flow“ da ist, desto eher entsteht er ganz von selbst und wird, vor allem bei dieser Form der Stimulation, oft von weiteren gefolgt da es hier nicht so leicht zu einer Überreizung kommt wie bei der Klitoris.

Je vertrauter eine Frau mit ihrem G-Punkt wird, desto eher kann sie sich auch einer weiteren Quelle ihrer Lust – dem Squirting – Squirting Artikel Teil 1 + Teil 2) hingeben. Dies passiert oft bei der Stimulation der Gräfenberg-Zone ganz automatisch, weswegen es immer Sinn macht ein paar Handtücher parat liegen zu haben. Viele Frauen bezeichnen dieses Abspritzen bei einem Orgasmus als die ultimative Quelle der Lust, welche sie in ganz neue Tiefen der Intensität führt und als besonders erfüllend bezeichnet wird.

Bei aller Entdeckerfreude ist darauf zu achten, immer in intensivem Kontakt mit der Empfangenden zu bleiben und nichts als Gegeben hinzunehmen, nur weil es in irgendwelchen Büchern steht. Ich kenne auch Frauen für die nur die ganz, ganz zarte Stimulation dieses Bereiches lustvoll ist.

Was einzig und allein zählt ist das Wohlbefinden der Frau und was ihr Lust bereitet.

Schreibe einen Kommentar