Wann fühlt man sich als Frau so richtig „saftig“?

Wann fühlt man sich als Frau so richtig "saftig"

Wann fühlt man sich als Frau so richtig „saftig“

Liebe Frauen,

wisst Ihr was ich meine? Kennt Ihr dieses Gefühl, wenn Ihr Euch von Kopf bis Fuss lebendig fühlt und wisst, dass das Leben Euch zu Füssen liegt? Es ist fast wie verliebt sein mit dem kleinen Unterschied, dass man nicht verliebt ist in eine bestimmte Person, sondern das Leben als solches liebt und sich selbst natürlich auch. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber DAS sind die Zeiten an denen ich das Gefühl habe, die ganze Welt umarmen zu können und definitiv möchte ich davon lieber mehr als weniger Tage erleben. Es ist das selbe Lebensgefühl, welches ich als kleines Mädchen ausgelebt habe. Als ich noch nichts ahnte von: „frau sollte dies und jenes besser nicht“ und mit strahlenden und neugierigen Augen und voller Energie die Welt entdecken wollte. Es war die reine, sexuelle Energie die als Lebenskraft durch mich hindurch floss und mich mit allem Sein verband.

Dummerweise leben wir einer Welt, in der diese Energie nicht so wirklich erwünscht ist. Nicht umsonst haben wir 2000 Jahre recht repressiver Sexualmoral erlebt die unsere ganze Gesellschaft durchzieht wie ein zäher Schleim. Wir halten uns für sexuell frei und aufgeklärt, doch im Grunde genommen wird uns der Spaß an dieser unbändigen Lebensfreude und Kreativität gründlich ausgetrieben. Dies geschieht nicht bewusst. Aber selbstverständlich saugen wir alle Informationen über Lebensfreude und Sexualität von Anfang an aus unserer Umgebung auf und meinen dann irgendwann, dass sie zu uns gehören. Dabei sind wir eigentlich genau diese lebendigen Wesen, als die wir hier auf die Erde gekommen sind und es ist an uns, den Schlamm ab zu klopfen und uns wieder als solche zu fühlen. Damit meine ich nicht, dass wir ständig Sex haben müssen um uns „juicy – saftig“ zu fühlen. Das kann Teil dieses Lebenskonzeptes sein, aber es ist bei weitem mehr. Es ist die Wiederentdeckung der Lebendigkeit die uns durchströmt , egal ob wir gerade einen Partner haben oder nicht. Es ist die Essenz der sexuellen Energie um die es hier geht und die weit mehr als nur unsere Sexualität betrifft.

Habt Ihr schon mal erlebt, dass ich Euch so richtig gut und sexy gefühlt habt und dann merkwürdige Blicke geerntet habt angesichts der Energie, die Ihr ausgeströmt habt? Hattet Ihr schon mal einfach Lust, mit jemandem ins Bett zu gehen weil die Anziehung groß war, aber sofort eine kleine Stimme im Kopf gehört die gesagt hat: So etwas tut man als anständige Frau nicht? Habt Ihr schon mal erfahren, dass Ihr Sex mit jemandem hattet und es sich mehr als mittelmäßig angefühlt hat, Ihr Euch aber nicht trautet das auch kund zu tun um das Ego des armen Mannes nicht zu verletzten und aus Angst vor Zurückweisung? Seid Ihr schon mal nachts durch einsame Strassen nach Hause gegangen und habt gedacht: Hoffentlich werde ich jetzt nicht verfolgt und vergewaltigt? Und falls doch… warum treibe ich mich auch nachts auf dunklen Strassen ´rum? Habt Ihr schon mal daran gedacht, dass Frauenparkplätze in Parkhäusern uns einreden, dass das Leben potentiell gefährlicher für Frauen ist und wir uns besser in Acht nehmen sollten vor der männlichen Welt?

Wie können wir als Frauen diese ersehnte Lebendigkeit in uns wieder entfachen? Meines Erachtens am ehesten damit, dass wir genau überprüfen welche Lügen wir stillschweigend über unser und das andere Geschlecht akzeptieren. Da wäre zum Beispiel die Lüge, dass wir, nur weil wir körperlich schwächer sind, besonders gefährdet sein sollen. Uns wird so viel Angst vor Männern und potentieller Vergewaltigung und Missbrauch eingeredet, dass wir auf der unbewussten Ebene unseres Seins völlig akzeptiert haben, dass diese Welt für uns gefährlich ist und wir uns am besten davor schützen, wenn wir uns möglichst männlich geben und uns unsere Weiblichkeit abschneiden. Ich leugne nicht, dass es missbräuchliche und übergriffige Energien in unserer Gesellschaft gibt: Doch davon kann jeder betroffen sein, egal ob Mann oder Frau und es gilt die richtige Aufmerksamkeit zu entwickeln um sie rechtzeitig zu „riechen“ und ihr bewusst aus dem Weg zu gehen oder „NEIN“ zu sagen. Wenn wir das als Kinder erleben, ist es uns natürlich nicht möglich uns zu schützen. Doch da, wo wir als Erwachsene darauf treffen haben wir durchaus die Macht dazu. Da ist die Lüge, dass Männer immer nur „Das Eine“ wollen und eine Frau nicht mehr ehren, nur weil sie mit ihr beim ersten Date Bett waren. Da ist die Lüge, dass wir nur mit einer Model-Figur attraktiv sind und wir – wenn erst einmal die 50 überschritten sind – nicht mehr attraktiv für Männer sind. Da ist die Lüge, dass fast alle Männer auf 20jährige Playboy-Hasen mit Schmollmund stehen… Die Lüge, dass Mütter nicht mehr sexy sind… Die Lüge, dass die Wechseljahre ein emotionales Minenfeld darstellen und uns zwangsläufig  unberechenbar, neurotisch und depressiv machen. Die Lüge, dass ein Gebärmutterhals der Vor-Sorge bedarf und potentiell der ständigen gynäkologischen Überwachung bedarf – genauso wie unsere Brust…Der Lüge, dass eine Geburt nur im Krankenhaus sicher ist….

Mir fallen noch hunderte Beispiele ein, wo wir Frauen willig unsere wirkliche Eigen-Macht und die Größe unserer Weiblichkeit und tollen Energie abgeben und uns klein, unscheinbar und möglichst unauffällig verhalten. Unsere Haare möglichst kurz und praktisch schneiden, lieber Jeans als Röcke und Kleider tragen und glauben, dass Unterwäsche eher praktisch als sexy sein sollte und man halterlose Strümpfe nur am Hochzeitstag trägt.

So wichtig die Zeit der Emanzipation war um ein Gleichgewicht zu schaffen zu überbordenden patriarchalen Strukturen so geht es jetzt darum, uns bei aller Selbstständigkeit die Weiblichkeit zurück zu erobern und unser Frau-Sein im wahrsten Sinne des Wortes wieder zu verkörpern. Indem wir das tun, was uns saftig fühlen lässt, jede Minute und Stunde des Tages und jeden Tag aufs Neue. Indem wir bewusst wählen, wie wir uns kleiden und wonach uns der Sinn steht. Indem wir in Liebesritualen mit uns selber unsere orgiastischen Körper erforschen und uns Spass satt erlauben. Indem wir auch als Mütter und berufstätige Frauen exklusive Flitter-Zeiten mit unserem Liebsten verbringen, egal ob wir uns 2 Monate oder 20 Jahre kennen. Indem wir uns da hingeben, wo es sich lohnt und  aufstehen und NEIN sagen, wo es nötig ist. Indem wir unsere Opferrolle ablegen und uns voller Übermut und Lebensfreude in dieses Leben stürzen.

Wir sind diejenigen, die das Prinzip der Ordnung in der Natur verkörpern und die den Weg aus diesem Chaos weisen müssen. Uns liegt es in der Natur zu wissen, was richtig und was falsch ist und wenn wir bereit sind dies kund zu tun, können wahre männliche Männer uns darin folgen. Doch das geht nur, wenn wir unsere innerste Verbundenheit mit der Weiblichkeit wieder entdecken und für uns in Anspruch nehmen.

Es gibt eine Prophezeiung die besagt, dass es die Frauen der westlichen Welt sein werden, die diese Erde retten.

Ich glaube fest daran!

Und Ihr?

Clea Nuss-Troles

2 Kommentare zu Wann fühlt man sich als Frau so richtig „saftig“?

  1. Liebe Clea,
    als Mann bin ich wirklich begeistert von Deinem Beitrag! Ich selbst habe in meinem Leben gelernt, dass das Überwinden der vielen Lügen, die mir anerzogen wurden und die ich zu einem Zeitpunkt als ich es nicht besser wusste als Wahrheit akzeptiert habe, die wichtigste Maßnahme ist, um immer mehr wieder ganz authentisch zu sein, aufrichtig glücklich zu sein und mich selbst und das Leben lieben zu können. „Wie die Kinder sein“, ganz mit der unmittelbar erfahrbaren Wirklichkeit verbunden sein, den eigenen Gefühlen mehr vertrauen als der Stimme des anerzogenen Wissens, die in meinem Kopf auf mich einredet wie die Schlange aus dem Baum der Erkenntnis, und die mich immer wieder aus dem Paradies verführen will…
    Ich habe noch vieles an Unwahrheiten in mir zu überwinden, aber inzwischen weiß ich wofür ich kämpfe: dafür, dass ich mein eigenes Leben lebe und nicht gelebt werde von den Lügen, die uns allen (Frauen und Männern gleichermaßen) seit tausenden von Jahren wie Gift eingeimpft wurden!!!
    Ich danke Dir sehr für Deinen Text, denn dadurch habe ich weitere Blickwinkel zu meiner Befreiung entdeckt – auch als Mann!
    Sei herzlich gegrüßt! Ich wünsche Dir ein Leben im vollen Saft!
    Stephan

    1. Lieber Stephan,
      ich danke Dir sehr für das herrliche Feedback und Du hast den Kern unserer Arbeit auf den Punkt gebracht. Neben dem Schreiben, welches
      mir eine riesen Freude macht und auch schon etwas bei den Menschen verändert und zur Erweiterung des Blickfeldes einlädt, ist die integrale Arbeit und das Integrale Coaching welches Frank und ich erlernt haben unser neuer Zweig mit dem wir zur Entfaltung beitragen. Auch ich kenne noch die Zeiten, wo mein Kopf unaufhörlich geplappert hat und mich mit den vielen Ansichten und Einflüsterung ständig aus meiner Mitte geworfen hat. Seit der integralen Arbeit an mir hat sich das massiv verändert und wenn es ab und an mal wieder auftaucht denke ich nur: Bitte nicht mehr, das war so anstrengend! Wie herrlich ist die Freiheit, wenn die innere Festplatte immer sauberer wird und der Strom der kindlichen Begeisterung uns wieder erfasst. Ich hätte es nicht besser zusammenfassen können als in Deinen Worten. Herzlichen Dank dafür

      Clea

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