Tantra Massage von Frau zu Frau

Tantra Massage von Frau zu Frau

Tantra Massage von Frau zu Frau

Eine alte Kultur lebt wieder auf: Die schwesterliche Umarmung

In vielen Gesellschaften gab es sie früher: Die Zusammenkünfte wo Frauen sich trafen um zu erzählen, ihre Körper gegenseitig zu verwöhnen, sich zu massieren und zu sich zu schmücken. Man denke nur an die dampfenden arabischen Hammams oder die Sitte der Inderinnen, sich gegenseitig mit hennagefärbten Ornamenten kunstvoll zu bemalen. Man kann sich vorstellen, dass es einiges zu erzählen gab wenn Frauen unterschiedlichen Alters aufeinander trafen 

und die Lebensweisheit der Älteren an die jüngeren weiter gegeben wurde. . Ich habe ein lebhaftes Bild vor Augen, dass es bei diesen Treffen nicht immer nur schamhaft und gesittet zuging, sondern dass Frauen sich auch deftige Witze und Geschichten erzählen konnten und so mancher Unbill des Alltags sich schenkelklopfend in Lachsalven entlud, die tief aus den Bäuchen heraus kamen, aus den dicken wie den dünnen.

Frauen konnten bei diesen Zusammenkünften in der weiblichen Energie baden, ihre Seele nähren und den Körper mit einbeziehen. Ganz irdisch konnten sich die drei Energien Körper, Seele und Geist hier vereinigen und man kam gestärkt und neu geboren aus diesen Treffen hervor. Zentriert und gewappnet für alle Freuden und Anforderungen die das weltliche Leben zu bieten hatte. Wohin ist sie verschwunden, diese umfassende Kultur des sich gegenseitigen schwesterlichen Nährens? Auch wenn es nett ist, zum Friseur zu gehen und eine Kosmetikerin aufzusuchen um sich hübsch zu machen – mit dieser tiefen weiblichen Verbundenheit die mir vor Augen schwebt, hat das Ganze nicht im geringsten etwas zu tun.

Es ist genau diese schwesterliche, manchmal auch mütterliche Energie die zum Tragen kommt, wenn eine Frau eine Tantramassage durch eine Frau empfängt. Unsere Seelen werden dabei auf einer ganz tiefen Ebene genährt – denn wir erkennen uns gegenseitig wieder. Wir wissen, was es bedeutet Frau zu sein – uns verbinden die Zyklen und eine tiefe feminine Energie, die kein Mann jemals wirklich ergründen können wird. Wir können uns gegenseitig Schutzpatronin, Freundin, Schwester und Hebamme sein – Funktionen, die ein Mann nie erfüllen können wird und auch nicht sollte. All dies fließt in die Berührung bei der Tantra Massage mit ein.

Ganz oft höre ich von Frauen, dass sie sich nicht trauen zur Tantra-Massage zu kommen, aus ganz unterschiedlichen Gründen, als da wären: Ich bin nicht schön genug… ich möchte erst abnehmen… Ich habe es nicht nötig – ich habe schließlich einen Mann / Liebhaber …. ich habe schon vor langer Zeit mit dem Sex abgeschlossen, da soll besser keiner dran rühren… Ich habe Angst vor dem, was mich da erwartet… Ich mag mich nicht ausziehen…Ich bin zu alt… Ich bin zu jung…Ich gebe das Geld lieber für Schuhe aus…

Meine Kinder sind zu klein… Ich habe keine Zeit… Was soll mein Mann denken… Das ist vielleicht was Schmuddeliges…Ich bin zu beschäftigt und habe den Kopf nicht frei… Momentan bin ich krank, ich mache das wenn ich gesund bin… Ich bin doch kein Kerl! So nötig habe ich es auch wieder nicht… und und und

Interessanterweise steckt hinter jeder dieser kleinen und subversiven Stimmen im Kopf einer jeden Frau meist nur eines: die Angst vor dem Unbekannten. Alle Ausreden und Argumente lassen sich, wenn man ehrlich ist, auf diesen einen Grund reduzieren. Auch ich hatte meine Bedenken vor meiner ersten Tantra Massage. Auch ich habe mich gefragt: Ist das alles so ganz richtig was ich hier mache? Aber mein Körper, der sich einfach nur vor Wonne geräkelt hat – der brauchte keine Argumente. Der sprach für sich. Überzeugt hat mich letztendlich, dass ich aus jeder dieser schwesterlichen Begegnungen so gestärkt und beglückt hervorging, wie durch selten sonst ein Ereignis. Jede meiner Zellen hat diese Berührung von Frau zu Frau wieder erkannt und sich vor Freude gesummt. Ich habe es nie bereut und meine jeweilige Grenze wurde nie und zu keiner Zeit überschritten. Es war einfach nur köstlich. Obwohl ich heute selber so viel berühre, genieße ich es hin und wieder mich von einer Frau verwöhnen zu lassen. Es ist einfach anders – und für dieses „anders“ gibt es keine Worte, das muss man erfahren haben.

Wir alle werden bessere Partnerinnen, Geliebte, Mütter und Großmütter, wenn wir uns wieder an den Brunnen schwesterlicher Energie begeben und uns mal so richtig satt trinken.

Clea Nuss-Troles

2 Kommentare zu Tantra Massage von Frau zu Frau

  1. Liebe Clea,
    ich lese immer wieder mit Vergnügen und immer auch anschließend mit dem Kopf voller Gedanken, Spiegel und auch mal mit einer kleinen oder größeren Erkenntnis eure Blogartikel.
    Danke dafür. Mittlerweile liest auch meine Frau öfter mal.

    Ein kleiner Kommentar zu dem aktuellen Beitrag,
    erst mal, diese Gedanken, Befürchtungen, Vorbehalte usw. sind zumindest bei mir auch dagewesen. Ich denke aber, dass sich da die allerwenigsten zumindest vor der oder den ersten Massagen freisprechen können, wie Du ja selbst auch angemerkt hast. ;).
    Nur dass ich ein Mann bin. Und danach dann auch festgestellt habe, wie befreiend das auf mich gewirkt hat.
    Etwas, was mir immer wieder auffällt, befreundete Frauen berühren sich viel öfter, umarmen sich immer wieder, gehen körperlich weitaus näher miteinander um als befreundete Männer tun.
    Jedenfalls nehme ich das so wahr, auch bei mir.
    Das befremdliche daran ist, das der Gedanke nach Berührung auch unter Männern sicherlich vorhanden ist, jedoch durch Vorbehalte, „Das tut man(n) doch nicht!“ oder auch Befürchtungen, wie „Jetzt halten die mich für schwul!“ oder oder oder der Gedanke oder der Impuls dann unterdrückt wird. Und auch, das Männer in „Männerkreisen“ in der Gesellschaft dann doch überwiegend als weich und unmännlich angesehen werden. Obwohl das durchaus eine ganze Menge Mut erfordern kann, an solchen „Männerkreisen“ teil zu nehmen.
    Warum eigentlich. Das geht mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf.
    Ich denke, dass es auch für Männer wieder an der Zeit ist, Freunde zu berühren, Ob es auch eine Massage werden „muss“, sei erst mal dahin gestellt, Aber auch da „Warum nicht! Was spricht dagegen?“.
    Oh, und ich halte mich durchaus für ziemlich Hetero :-D.

    Du als Frau schreibst natürlich überwiegend über Frauenthemen, aber auch Männer finden sich sicherlich in dem einen oder anderen dieser Themen wieder.
    Weiter so!

    Alles Liebe
    Peter

    1. Lieber Peter,

      vielen Dank für Deinen schönen Kommentar. Es freut mich immer zu lesen, wenn ich andere Menschen inspiriere. Es geht mir ja nicht anders als dass alles von dem was ich schreibe auf den Begegnungen und Erfahrungen mit Menschen beruht, was dann in meinem Kopf arbeitet und irgendwann in die Feder respektive in die Tasten fließt.

      Du hast völlig Recht, als Frau schreibe ich natürlich mehr über Frauen Themen und dass Männer sich mit gleichgeschlechtlicher Berührung viel schwerer tun als wir Frauen, ist sehr deutlich. Interessanterweise gilt dies besonders für unseren Kulturkreis und ist in südlicheren Regionen Europas und den arabischen und afrikanischen Ländern ganz anders. Die Gründe dafür sind ganz sicherlich sehr, sehr vielschichtig. Die Angst als homosexuell zu gelten immer noch groß, aber ich könnte mir vorstellen dass hier auch die zwei Weltkriege und das dem Mann vermittelte: hart wie Kruppstahl… keinen unerheblichen Einfluss haben. Es ist ein langwieriger und langsamer Prozess, solche Botschaften die auch uns noch unbewusst in den Genen sitzen, abzubauen. Viele von uns sind außerdem mit wenig körperlicher Nähe durch ihre Väter aufgewachsen und auch hier sehe ich einen Zusammenhang. Wenn Du mehr darüber heraus findest, lass es mich wissen. Ich freue mich, dass Du das Thema Berührung zwischen Männern angehen möchtest und bin gespannt mit welchen Erfahrungen Du in einiger Zeit aufwarten kannst.

      Alles Liebe

      Clea

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