Ostern – Zeit der Erneuerung

 Die Energie des Frühlings nutzen um sich zu Verjüngen

Osterzeit – Frühlingszeit – Zeit der Erneuerung

Die Natur erwacht endgültig aus dem Winterschlaf und symbolisch findet dies im Fest der Auferstehung seinen Ausdruck. Die Wurzeln der zugrunde liegenden Traditionen sind bedeutend älter als das Christentum und finden sich sowohl im germanischen, wie im keltischen und ägyptischen Kulturgut wieder, um nur einige zu nennen. Dies ist kein Wunder, denn schon immer hat der Mensch die Jahreszeiten und die ihnen innewohnenden Energien beobachtet und sich in Form von Verehrungsritualen stärker mit diesen Kräften verbunden. 

Die Jahreszeiten haben ihren ganz besonderen Einfluss auf uns. Wir fühlen uns im Frühling anders als im Herbst oder Winter und auch unsere Gesundheit macht mit den Jahreszeiten ganz bestimme Zyklen durch. Doch nicht nur die tatsächlichen Jahreszeiten sind entscheidend für unser Wohlbefinden. Sie repräsentieren die Zyklen von Erwachen, Gedeihen, Ernte, Rückzug, Stille und Neubeginn, die wir zum Beispiel auch an jedem einzelnen Tag durchlaufen. Ein tieferes Verständnis dieser ganz natürlichen Zyklen und Gesetzmäßigkeiten kann es uns erleichtern, schwierige Situationen besser anzunehmen und in ihnen los zu lassen, während wir in Phasen des Aufbruchs und der steigenden Energie darauf achten können, unsere Kraft weise zu nutzen und nicht übermäßig zu agieren.

Das ganze Leben lang geht es darum, wie wir mit unseren Energien haushalten und wie wir sie nutzen. Wenn wir in unserer Kindheit gut genährt worden sind, fallen uns viele Dinge im späteren Leben leichter, denn wir haben quasi einen Energievorrat in uns gespeichert, der uns nachhaltig nährt.  Hatten wir dies nicht so geht es darum zu lernen, wie wir uns gut selbst nähren können um uns satt zu fühlen und anderen etwas abgeben zu können. Dies ist ein Lernprozess, den so gut wie jeder Mensch auf die ein oder andere Weise bewältigen muss. 

Mein Studium der Integrativen Medizin hat mich gelehrt, dass es nicht darum geht, in einer ständigen Balance zu sein. Das ist uns Menschen unmöglich. Wenn wir uns selbst beobachten so stellen wir fest, dass wir selbst im Laufe eines einzigen Tages bestimme Energielevel durchlaufen, die von der Fülle zur Leere und wieder in die Fülle führen können. Zwei Dinge sind jedoch sehr wichtig um mit uns selbst gut umzugehen: Wir sollten alle ein Repertoire an Werkzeugen haben die es uns ermöglichen, einen Zustand des Mangels auszugleichen, sei er emotional, körperlich oder psychisch. Es geht darum zu lernen, wie man sich selbst wieder in die Mitte bringen kann, wenn einen bestimme Trigger aus der Balance bringen. Jeder von uns weiß wie es sich anfühlt, wenn man im Flow und in seiner Mitte ist. Dies ist kein zufälliger Prozess sondern etwas, was wir lernen können und was eigentlich in jeden Schulunterricht gehören müsste. Der zweite Faktor ist, sich im täglichen Leben Auszeiten zu gönnen, in denen man quasi prophylaktisch auftankt. Damit erhöht man seine Widerstandskraft, hat ein Reservoir für anstrengende Zeiten und kann den Rhythmen des Lebens mit wesentlich mehr Gelassenheit entgegen sehen. 

Das westliche Leben macht es uns zur Zeit recht schwer, diese Regenerationszeiten einzubauen. Wenn es um immer „höher, schneller weiter“ geht verlieren wir oft selbst den Blick für das Wesentliche und fühlen uns schnell als Getriebene im Hamsterrad, das mit jeder Umdrehung schneller und schneller läuft. Halten wir nicht selbst inne, kommt das Hamsterrad nicht zum Stillstand. Es drückt sich aus in Sätzen wie: Ich mach mal eben schnell… Ich gehe noch mal eben die Wäsche machen… ich bin sofort wieder da… Es ist uns so in Fleisch und Blut übergegangen effizient zu sein, dass wir es selbst kaum noch merken. Ich warte auf den Tag wo wie „eben noch mal schnell sterben…“ 

Wir können die sonnigen Frühlingstage und ihre Energie dazu nutzen uns zu fragen, was uns nährt und verjüngt und dies in unsere tägliche Praxis wie das Zähneputzen einbauen. Es ist erstaunlich, wie 20 Minuten Yoga, 30 Minuten Meditation oder ein täglicher Spaziergang in der Mittagspause uns aufladen können mit Energie. Umso nachhaltiger, je öfter wir das machen. Die Lebewesen aus denen wir auf unglaublich intelligente Weise zusammen setzt sind, unsere 60-70 Milliarden Zellen, werden es uns danken. Denn sie bleiben weit länger jung,  wenn wir sie regelmäßig mit neuer Lebensenergie  versorgen. 

Und wer weiß: Vielleicht ist bald Zeit für die nächste, verjüngende Tantramassage? In diesem Sinne frohe und jugendliche Ostergrüße

Clea Nuss-Troles

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