Integrale Paar- und Sexualberatung

Wenn die schönste Sache der Welt zum Problem wird

Unsere Sexualität ist ein kardinaler Bestandteil unserer Persönlichkeit und unserer Identität. Wie wir sie wahrnehmen, ob wir sie fühlen, erleben und ausleben oder ob wir sie abspalten und Aspekte von ihr verdrängen, hat Auswirkungen auf unser seelisches Gleichgewicht und unsere Gesundheit. Über Sexualität treten wir in Beziehung und selten zeigen wir uns, nicht nur körperlich, so nackt und schutzlos, wie wenn wir sexuell aktiv sind. Sexuelles Erleben ist nicht statisch, sondern es verändert sich, abhängig von unserem Alter, unserer Lebenssituation, unserer Gesundheit und davon, ob wir einen Partner haben, mit dem wir sie ausleben können oder nicht.

Studien belegen, dass Menschen die ihr Leben sexuell aktiv gestalten und befriedigenden Partnerschaften leben, auch im Alter eher sexuell aktiv bleiben und sich Lust und Sinnlichkeit als Ausdruck ihrer Lebensfreude, bewahren (Beate Schultz-Zehden: Wie wandelt sich Sexualität im Alter).

Man muss viel wissen um das richtige zu tun

Die sexuelle Empfindungsfähigkeit wird uns zwar in die Wiege gelegt, nicht jedoch das umfangreiche Wissen welches dazu gehört, um sie in all ihren Facetten, Tiefen und ihrer Weite auszukosten und Freude sowohl zu schenken wie auch empfangen zu können. Wir sammeln unterschiedliche sexuelle Erfahrungen, mit einem oder wechselnden Partnern und mit uns alleine und beginnen dann, das was uns gefällt, zu wiederholen. Ähnlich wie andere Verhaltensweisen, die wir uns im Laufe des Lebens aneignen, entwickeln wir gewisse Routinen und Schemata nach denen wir sexuell aktiv sind und schauen irgendwann nicht mehr, was es links und rechts des Weges zu entdecken gibt. Haben wir ein oder zwei mal die Erfahrung gemacht, dass uns etwas nicht gefällt, lassen wir uns häufig kein drittes Mal darauf ein, sondern haken es ab unter „das ist nicht mein Ding“. Dabei sind es oft Kleinigkeiten wie Veränderungen in Tempo, Intensität, Druck oder Ablauf, die aus einem „ist-nicht-mein-Ding“ plötzlich eine kostbare, neue Erfahrung machen können. 

Wenn der Sex einschläft

Wenn der Sex in einer lang andauernden Beziehung einschläft, können die Ursachen vielfältig sein. Meist geht dem Ganzen jedoch ein Mangel an Kommunikation voraus. Wünsche werden nicht artikuliert, Unzufriedenheit nicht geäußert, manches hingenommen, ohne dass es angesprochen wird…und bald wird aus den vielen verschwiegenen Kleinigkeiten ein Berg der Stille, der sich zwischen das Paar schiebt. Es kommt der Zeitpunkt, an dem man sich nicht mehr traut etwas anzusprechen aus der Angst heraus, gleich ein ganzes „Fass zu öffnen“. Nicht wenige Frauen fangen an, Orgasmen vorzuspielen oder man beginnt – auch in Verschwiegenheit – eine Affäre.

Dabei sehnen sich die meisten Paare, die sich verbunden sind und sich lieben auch danach, eine erfüllte Sexualität miteinander zu leben.

Männer sind anders, Frauen auch

Männer und Frauen sind in der Sexualität unterschiedlich gepolt, ihre Erregungszyklen laufen nicht parallel, sondern gegeneinander verschoben. Wenn der Mann erst mal gekommen ist, dauert es eine ganze Zeit, bis er wieder aktiv werden mag. Für eine Frau fängt der Spaß nach dem zweiten, fünften oder zehnten Orgasmus manchmal erst an. Um Sexualität also zu einer wirklichen Begegnung werden zu lassen von der beide Partner etwas haben, ist es wichtig, so viel wie möglich über die eigenen Sexualität zu wissen, seinen Körper gut zu kennen und sich dann so aufeinander einzulassen, dass die Unterschiede in den Fluss des Liebesspiels integriert werden. Dies klappt dann am besten, wenn sich beide verantwortlich fühlen und auch authentisch zeigen und sagen, was ihnen wie am besten gefällt. Manchmal ist dies ein Weg der kleinen Schritte bei dem „trial and error – Versuch und Irrtum“ eine größere Wichtigkeit haben als Perfektion und sportlicher Ehrgeiz und bei dem auch eine gehörige Portion Humor nicht fehlen sollte. 

Die größten Fallen beim Sex
  • Man hält sich an sein Lieblingsessen und probiert nichts Neues aus
  • Einer von Beiden mag sich nicht auf die  Wünsche des anderen einlassen 
  • Der Glaube, Sex würde sich im Alltag immer von selbst ergeben und man bräuchte dafür keine Verabredung
  • Eine Frau kommt immer in Fahrt durch: Küssen, Spiel an den Brüsten, Spiel an der Klitoris, Koitus
  • Der Mann will immer nur „das Eine“
  • Zum Liebesspiel gehört immer ein Orgasmus
  • Die Frau zeigt nicht, was ihr wirklich gefällt
  • Sie spielt einen Orgasmus vor, damit sie ihre Ruhe hat
  • Der Glaube, nach jahrelanger Beziehung müsste es noch genau so knistern wie während man verliebt war
  • Er hat seine Erregung und seine Ejakulation nicht unter Kontrolle
  • Man glaubt, sich zu kennen
  • Man redet nicht über Sex
  • Man hat selber keine Ahnung was einem wirklich gefällt, aber der andere soll’s einem Recht machen
  • Das ist pervers…

Guter Sex und ein erfüllendes Miteinander können zu jeder Zeit und in jedem Alter „erlernt“ werden. Wir unterstützen Sie dabei miteinander ins Gespräch zu kommen und ihre Sexualität miteinander neu zu entdecken.

Die Paar- und Sexualberatung wird von Clea Nuss-Troles  angeboten.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.