Squirting und weibliche Ejakulation

 

Die weibliche Ejakulation – Fakt oder Mysterium?

Um die weibliche Ejakulation ranken sich viele Mythen, diffuse Vorstellungen und handfeste Vorurteile die da lauten: „Das ist doch nur Urin“ und damit jegliche weitere Auseinandersetzung mit dem Thema uninteressant machen. Denn wer findet schon die Vorstellung erotisch, beim Sex ungewollt zu urinieren? Wenn ein Thema so kontrovers diskutiert wird, reizt es mich besonders. Denn bei soviel Ablehnung scheint es angebracht zu hinterfragen, wo sie herkommt und wodurch sie gespeist wird. Es erinnert mich ein wenig an die Prüderie der letzten Jahrhunderte, als man Frauen sogar absprach Orgasmen erleben zu können oder gar lustvolle Wesen zu sein, die den Sex genauso genießen können wie die Männer.

Als Frau, die ihr Leben lang selbst ejakuliert hat und mit Sicherheit sagen kann, dass zwar manchmal Spuren von Urin dabei sein können, aber dies in der Regel nicht der Fall ist, hatte ich auch ein ganz persönliches Interesse daran, mehr darüber heraus zu finden. Wie ist es zum Beispiel  physiologisch möglich, dass der weibliche Körper so große Flüssigkeitsmengen produziert, die sich dann, mit oder ohne Orgasmus, gewollt oder ungewollt, entladen können. Warum ist diese Fähigkeit manchen Frauen von Natur aus gegeben, während sich andere damit ganz schwer tun? Wie kann man Frauen einen Zugang zu dieser besonderen Form weiblicher Lust erleichtern und Männer darin unterstützen, ihren Partnerinnen den Weg dahin zu eröffnen? 

Viele Fragen, mit denen ich mich jahrelang auseinandergesetzt habe. Durch das Sichten von etlichen wissenschaftlichen Studien und der mannigfachen Literatur, die es zu diesem Thema gibt, kam ein Mosaiksteinen des Wissens zum nächsten. Ergänzt wurde das theoretische Wissen durch die Beobachtungen am eigenen Körper und vielen Gesprächen die ich geführt habe, sowie praktischen Erfahrungen mit anderen Frauen, die ejakulierten. Daraus ergab sich mit der Zeit ein immer klareres Bild und damit auch die Sicherheit, dass die weibliche Ejakulation ein handfeste Tatsache ist und nicht ins Land der Märchen und Mythen verbannt werden kann. 

Fakten zur weiblichen Ejakulation – auch bekannt unter dem englischen Begriff „Squirting“

G-Punkt und Schwellkörper

Die Vagina besitzt ein Schwellkörpergewebe, welches sich genauso wie der Penis des beim Mann mit steigender sexueller Erregung mit Blut füllt und dadurch anschwillt. Eines dieser Areale ist der nach dem deutschen Arzt Ernst Gräfenberg benannte G-Punkt, der sich an der oberen Wand der Vagina, hinter dem Schambein und in der Nähe der Blase befindet. In diesem Schwellkörpergewebe sitzen Drüsen, in welchen das Ejakulat u.a. gebildet wird. Sie haben schlitzförmige Ausgänge in die Harnröhre, münden jedoch auch in kleinen Kanälen rund um den Harnröhrenausgang und setzten das Ejakulat tröpfchen- oder schwallweise bei passender Stimulation frei.

Die weibliche Prostata

Diese Drüsen haben den Fachbegriff „Paraurethraldrüsen“,  was soviel bedeutet wie: um die Harnröhre herum gelegen. Dieses Drüsengewebe wird heute mit dem Begriff „weibliche Prostata“ belegt, der sich immer mehr einbürgert. Denn das Ejakulat, welches sie frei setzen, ähnelt in der Zusammensetzung stark dem Prostatasekret des Mannes und scheint auch in der embryonalen Entwicklung aus den gleichen Ausgangsstrukturen gebildet zu werden. 

Weibliches Ejakulat und Scheidensekret

Wahrscheinlich muss man unterschiedliche Formen von Ejakulat bei der Frau unterscheiden und diese auch noch mal vom natürlichen Scheidensekret abgrenzen.  Ähnlich den Lusttropfen beim Mann, die schon lange vor dem Orgasmus austreten und sich in Farbe und Zusammensetzung vom Sperma unterscheiden. Das saure Scheidensekret welches die Vagina als natürliche Barriere durch seinen niedrigen Ph-Wert von 4,5 und den Milchsäurebakterien die Scheide vor Pilzen und anderen Keimen schützt, kann zyklusabhängig von glasklar bis milchig sein und hat in der Regel einen leicht sauer-salzigen Geruch. Es tritt natürlicherweise in kleinen oder größeren Mengen, auch unabhängig von sexueller Erregung, aus. Beim eigentlichen Ejakulat darüber hinaus sind mindestens zwei Formen zu unterscheiden: Ein milchiges Sekret, welches eher in kleinen Mengen produziert wird und das in den Paraurethral-Drüsen gebildet wird. Es vermischt sich mit dem natürlichen Scheidensekret und wird nur dann wahrgenommen, wenn es in deutlichen Mengen austritt. 

Die wässrige Flüssigkeit, die mit der weiblichen Ejakulation eigentlich assoziiert wird ist eher farb- und geruchlos, bestenfalls süßlich  und kann Mengen bis zu einem Liter und mehr erreichen. Mich als Hebamme erinnert es an den Geruch von Fruchtwasser.  Neueste Studien deuten darauf hin, dass diese Flüssigkeit möglicherweise tatsächlich in der Blase gespeichert wird, aber eine andere chemische Zusammensetzung als Urin hat und sich erst mit der sexuellen Erregung aufbaut. 

Voraussetzungen um Ejakulieren zu können

Anatomisch gesehen werden also alle gesunde Frauen die Voraussetzung dafür mitbringen, ejakulieren zu können. Warum fällt es also manchen Frauen schwer und anderen leicht? Aus meiner Erfahrung liegt hier eine komplexe Verflechtung von Wissen um den eigenen Körper, Selbstwahrnehmung, individueller Erregungsmuster, Selbst-Bewusstheit, vorangegangen sexuellen Erfahrungen, der richtigen Technik, Vertrauen in sich und den Partner, der Fähigkeit sich fallen lassen zu können und dem partnerschaftlichen Zusammenspiel zugrunde. Welches davon für jede einzelne Frau die richtige Komponente des Ansatzes ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Ganz sicher ist jedoch, dass mehr Wissen auch eine größere Möglichkeit der Entfaltung neuer sexueller Entfaltungsspielräume beinhaltet.

Die „richtige“ Technik

DIE Technik gibt es in diesem Sinne nicht, dafür sind wir Frauen wiederum alle viel zu verschieden. Trotz allem kann man sagen, dass es einige Griffe gibt, die die Wahrscheinlichkeit einer Ejakulation deutlich erhöhen. Dazu zählt fast immer eine Stimulation des G-Punktes, entweder mit den Fingern, dem Penis oder einem Sex-Spielzeug, bei denen ein gewisser Druck auf das Areal ausgeübt wird der dann zum Ausstoß des Ejakulates führt. Dies kann sowohl punktuell oder eher flächig erfolgen,  leicht oder kräftig sein und muss immer im Zusammenhang mit dem Grad der sexuellen Erregung betrachtet werden. Ein Druck, der sich bei hoher Erregung wunderbar anfühlt, kann in einem anfänglichen Erregungsstadium unangenehm sein. Gleichermassen kann eine leichte Berührung bei einem hohen Erregungsniveau sich zu zaghaft anfühlen. Eine gefühlvolle verbale und nov-verbale Kommunikation und viel Experimentieren ist hier der einzige Weg, um sich besser kennen zu lernen.  

Der tantrische Ansatz

Was mich bei der Beschäftigung mit der weiblichen Ejakulation  in den Medien oft stört sind zwei Dinge: Zum einen wird es vom Ansatz her nicht selten einfach auf das Erlernen der richtigen Technik reduziert, was zur Folge hat, dass Filme oder auch Beschreibungen zum Squirting sich darauf reduzieren: Je fester, häufiger und mehr… umso besser. Von liebevoller Annäherung keine Spur. Als Frau finde ich mich darin nicht wieder. Wer sich im Netz mal umschaut was es an Filmchen zu diesem Thema gibt, weiß wovon ich rede. Genauso wenig geht es meines Erachtens darum, aus dem Ganzen eine neue olympische Disziplin zu machen und Frauen einzureden, sie hätten nur dann ein befriedigendes Sexualleben, wenn sie ejakulieren könnten oder wären sogar Versagerinnen, wenn sie es trotz richtiger Technik und Offenheit dem Thema gegenüber nicht könnten. Als ginge es darum nur die richtigen Knöpfe zu drücken und alles ginge wie am Schnürchen! 

Aus diesen Gedanken und Gefühlen ist ein Video entstanden, welches sich der weiblichen Ejakulation auf sehr liebevolle Art und Weise nähert und sowohl sinnlich wie informativ ist. Es zeigt, dass die nicht zielgerichtete, sondern sehr spielerische Annäherung an die Yoni eine Frau in die passende Stimmung bringen kann, sich für dieses neue Phänomen zu öffnen und damit mehr über ihre Weiblichkeit zu erfahren. 

 

Das einzige Squirting-Video aus tantrischer Sicht

Das einzige Squirting-Video aus tantrischer Sicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Blog-Artikel zum Thema Weibliche Ejakulation 

  

Squirting: Wenn Frauen spritzig sind – Fluch oder Segen der weiblichen Ejakulation ?

Squirting: Wenn Frauen spritzig sind – Fluch oder Segen der weiblichen Ejakulation?

Squirting: Wenn Frauen spritzig sind – Fluch oder Segen der weiblichen Ejakulation?

Ich war etwa 15 Jahre alt, als es das erste Mal passierte. Ich war bei meinem Cousin und seiner Frau zu Gast und sollte abends auf meine kleine Nichte aufpassen, um den beiden einen Kinderfreien Abend zu ermöglichen.

Auf der Toilette lag eine Ausgabe des Playboy, die ich mit jugendlichem Eifer verschlang. Ich kannte bis dato nur die Bravo und fand es ungeheuer spannend, mich in die Welt der Erwachsenen zu begeben. Natürlich war auch die ein oder andere erotische Geschichte darin, was mich sehr anregte und dazu führte, dass ich begann mich selbst zu erkunden. weiter lesen 

 

Squirting: Wenn Frauen spritzig sind – Fluch und Segen der weiblichen Ejakulation ?  Teil 2

Squirting: Wenn Frauen spritzig sind – Fluch oder Segen der weiblichen Ejakulation? Teil 2

Squirting: Wenn Frauen spritzig sind – Fluch oder Segen der weiblichen Ejakulation? Teil 2

Der Blog-Beitrag über die weibliche Ejakulation hat viel Resonanz ausgelöst und einige sehr spannende Gespräche nach sich gezogen. Zwei zentrale Fragen kamen auf: Wo kommt das Ejakulat her? und Kann man das Spritzen lernen? 

Ich bin selber noch eine neugierige Erforscherin dieses Gebietes und finde es höchst spannend darüber mehr in Erfahrung zu bringen. weiter lesen 

 

 

Squirting und Kunyaza

Squirting und Kunyaza

Squirting und Kunyaza

Über Sexpraktiken in Ruanda: In Ruanda scheinen Frauen die Gabe des Squirtings für sich gepachtet zu haben, denn dort gilt es als ein Problem, wenn eine Frau “kein Wasser” hat. Eng verbunden scheint in diesem afrikanischen Land das Squirting mit einer bestimmten Sexualpraktik “Kunyaza” in Verbindung zu stehen, bei der der Mann seinen Penis rhythmisch auf die Vagina schlägt und einer Frau damit große Lust verschafft und gleichzeitig die weibliche Ejakulation fördert. weiter lesen
 

 

Squirting – Die Faszination der weiblichen Ejakulation

Das einzige Squirting-Video aus tantrischer Sicht

Das einzige Squirting-Video aus tantrischer Sicht

Das sexuelle Erleben der Frau ist, verglichen mit der Erfahrungsbreite männlicher Sexualität, sehr vielfältig. Sie ist nicht nur von Frau zu Frau verschieden, sondern unterliegt auch sehr stark kulturellen Einflüssen. So ist die weibliche Ejakulation bei uns im Westen noch immer ein eher unterbewerteter Teil des sexuellen Erlebens und für viele ein kleines Mysterium. Geht man in das afrikanische Land Ruanda weiter lesen 

 

Squirting – Radiobeitrag mit Laura Merrit

Laura Meritt zum Thema Squirting

Laura Meritt zum Thema Squirting

Ein sehr guter Film für alle die an Heilung interessiert sind. Ich selber war 2010 in Peru und habe dort drei Wochen mit einem Schamanen gearbeitet und Ayahuasca getrunken. Die Zeit hat mir sehr gut getan. Der Film stellt die Arbeit der Schamanen sehr gut dar, ist was das Thema Ayahuasca angeht nicht reisserisch und betrachtet die Faktoren, die zur Heilung notwendig sind. Empfehlung! weiter lesen

 

Artikel zum Thema Squirting auf externen Seite:

 http://www.zeit.de/1993/45/das-wasser-der-liederlichkeit

http://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/ueberblick/weibliche-ejakulation-spuren-der-liebe-1521643.html

http://www.fem.com/liebe-lust/artikel/weibliche-ejakulation-lustvolle-fluessigkeit

http://blog.neon.de/2014/03/sprudelnde-lust/