Meditation & Tantra

Was hat eine Seite über Meditation auf der Webpräsenz eines Tantra-Institutes zu suchen, wird sich so manch einer fragen. Da ich mich seit Jahren mit unterschiedlichsten Meditationsformen befasse und einige Ausbildungen absolviert habe, sehe ich viele Parallelen zwischen den Zuständen, die man während einer Tantra-Massage oder auch bei „Slow-Sex“ erfahren kann und den Gefilden, in die man während einer Meditation eintaucht. Im Gehirn scheinen sich dabei sehr ähnliche Vorgänge abzuspielen.

Die größte Gemeinsamkeit ist, dass man mit einiger Übung aus dem analytischen Verstand in eine andere Wahrnehmung wechselt. Je nach Art der Meditation kann diese sich mehr auf die körperlichen Empfindungen beschränken, oder aber auch sehr körperlos werden und in eine stark erweiterte Wahrnehmung wechseln.  Bei dieser ist man sich seiner selbst sehr bewusst, erlebt sich aber als  ganzheitliches Wesen, im Gegensatz zu den oft eher fragmentarischen Gefühlen und Gedanken, die unser Alltagsbewusstsein begleiten. Gefühle von Frieden, Glück, Harmonie, Balance und manchmal Ekstase können sowohl in der Tantra-Massage wie auch in der Meditation entstehen und werden als sehr wohltuend empfunden. Meist halten diese Gefühle für längere Zeit an. Sehr ähnlich beschreiben Menschen oft ihre Empfindungen bei einer Tantra-Massage. „Ich war da und ganz präsent und gleichzeitig nicht da.“ So lautet eine der vielen Aussagen, die wir nach einer Massage zu hören bekommen und die diesen besonderen Zustand sehr trefflich beschreibt.

Jetzt kann sich nicht jeder Mensch in der Frequenz Tantra-Massagen leisten, wie sie ihm vielleicht gut täten. Meditationen jedoch sind ganz alleine durchführbar und mit ein wenig fachkundiger Anleitung kann sie jeder lernen. Einer der größten Vorteile den ich sehe, vor allem wenn ich es im Kontext Tantra und Sexualität betrachte ist die Tatsache,  dass die Fähigkeit schnell und nachhaltig abzuschalten und den Fokus nach Innen zu lenken sich mit etwas Übung stark erhöht. Dies führt dazu, dass eines der größten Hemmnisse über die Paare berichten wenn es um ihr Liebesleben geht, nämlich die Fähigkeit  den Alltag mit seinen organisatorischen Anforderungen hinter sich zu lassen und in einen entspannten Zustand zu wechseln, deutlich leichter erreicht werden kann. Erfahrungsgemäß bietet eine harmonische und friedliche Grundstimmung überhaupt erst die Voraussetzung, in lustvolle Gefilde abzutauchen. Bei Frauen vielleicht noch ein wenig mehr als bei Männern. Gleichzeitig ist es tatsächlich so, dass diese friedlichen Gefühle einen wie eine Plattform durch manch stressige Situation des Alltags tragen können und damit auch die Partnerschaft positiv beeinflussen kann.

Somit kann, neben allen anderen günstigen Einflüssen die  Meditation nachweislich auf die Gesundheit, die Psyche und die Stressresistenz hat in meinen Augen  tatsächlich dazu beitragen, das Sexualleben zu verbessern.  

Welche Form von Meditation dabei sinnvoll ist, mag von Mensch zu Mensch verschieden sein. Wir führen deshalb im monatlichen Rhythmus Meditationsabende ein, in denen wir verschieden Meditationsarten vorstellen und anleiten. Die aktuellen Termine finden sich in unserem Veranstaltungskalender

 

Hier folgt meine ganz persönliche Wegbeschreibung darüber, wie ich Zugang zur Meditation gefunden habe und weitere Infos.

Warum ist es sinnvoll zu meditieren?

Diese Frage habe ich mir mehr als ein Mal gestellt. Vor allem bei den vielen vergeblichen Versuchen zu meditieren, bei denen mein Kopf statt still zu werden Karussell fuhr und ich statt ruhiger zu werden, nur rasend wurde.

Ich habe nicht aufgegeben, weil ich insgeheim geahnt habe, dass etwas „dran“ sein muss am Meditieren. Sonst würden nicht alle Religionen und spirituellen Ausrichtungen Methoden der Versenkung kennen und empfehlen. Als Mensch mit einem starken analytischen Verstand fiel es mir schwer, diesen zum Schweigen zu bringen und eine innere Ruhe herzustellen.

Für mich kam das „Aha“, als ich die Meditationen von Joe Dispenza kennen lernte. Sie waren pragmatisch, nicht „heilig“ und brachten mir das erste Mal tiefe Erfahrungen und einen Zugang zu meinem inneren Selbst.  Ich begann Zustände zu erfahren, die mit einer tiefen inneren Ruhe, dem Gefühl absoluter Stille und großer Verbundenheit mit der Schöpfung einher gingen. Teilweise kann ich sie nur als reine Ekstase beschreiben.Das hat mich neugierig gemacht, nach der Wissenschaft dahinter und die vielen bildgebenden Verfahren und verfeinerten Mess-Techniken erlauben es heute zeitgleich nach zu vollziehen, was während der Meditation im Gehirn passiert und welche Auswirkungen es auf den Körper hat. 

Der moderne Mensch

Normalerweise befindet sich unser Gehirn im Wachbewusstein des  Alltags hauptsächlich im Bereich der Beta-Gehirnwellen. Diese rangieren zwischen Zuständen erhöhter Aufmerksamkeit (low-beta), zum Beispiel wenn wir ein Buch lesen oder lernen, bis hin zu sehr hohen Beta-Wellen, die mit hoher Aktivität und Stress einhergehen (high-beta). Im letzteren Zustand ist Lernen und Entspannung nicht möglich und wir befinden uns im Kampf- und Fluchtmodus. Evolutionstechnisch betrachtet ist dies ein wünschenswerter Zustand wenn die Gefahr droht, von einem Löwen gefressen zu werden. Unser modernes Leben bringt uns jedoch sehr oft in dieses Reaktionsmuster und stellt häufig genug einen Dauerzustand da. So können anstrengende Arbeitsbedingungen oder drohender Streit mit einem Kollegen dieselben physiologischen Verhaltensmuster auslösen, die uns früher zur kurzfristigen Anpassung an lebensbedrohliche Umwelteinflüsse gedient haben. Schlimmer noch: Als vernunftbegabte Wesen sind wir mit Leichtigkeit in der Lage, diese Reaktionen alleine durch unsere Gedanken in Gang zu setzen.

Die Folge ist, dass in der Hypophyse und im Hypothalamus bestimmte Botenstoffe in Gang gesetzt werden, die wiederum zu Hormonausschüttungen im Körper führen, um eine adäquate körperliche Reaktion auf die Bedrohung möglich zu machen. Die kognitive Fähigkeit nimmt ab, Puls und Blutdruck beschleunigen sich, die Immunabwehr wird schlagartig reduziert und die Energie vom Verdauungstrakt abgezogen. Das Blut fließt von den inneren Organen in die äußeren Gliedmassen, damit man schneller rennen kann. Denn wer vom Löwen gejagt wird, hat weder die Zeit zu essen noch sich um sein körperliches Wohlergehen zu kümmern. Das ganze System ist auf „Überleben“ und „Flucht“ programmiert, der Körper kämpft ums nackte Überleben.  Das moderne Leben trägt viel dazu bei, dass wir sehr leicht in diesen Zustand geraten und er zur Gewohnheit wird. Für den Körper bedeutet dies Dauerstress und die vielfältigen Zivilisationskrankheiten sind direkter Ausdruck dieses Lebenswandels und führen zu einem dauerhaften chemischen Ungleichgewicht im Körper, ausgelöst unter anderem durch Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol.

Diese Veränderungen sind auch im Gehirn sichtbar. Das Gehirn arbeitet asynchron, unterschiedliche Gehirnareale arbeiten gegen- statt miteinander und Entspannung und Regeneration werden regelrecht verlernt. Denn Neuronen, die immer wieder befeuert werden, bilden starke neuronale Netzwerke wie Autobahnen aus, während andere Verbindungen auseinander fallen und verkümmern. 

Was passiert im Gehirn während einer Meditation?

Hier greift der erste wichtige Ansatz, warum die Fertigkeit zu Meditieren einen sehr großen gesundheitsförderlichen Aspekt hat: Im Zustand der Meditation kühlen die Gehirnareale, die normalerweise mit dem Scannen der Umgebung beschäftigt sind, ab und die Aufmerksamkeit wird nach Innen gelenkt. Der Frontallappen hinter der Stirn, der unter anderem für alle Zustände mit verantwortlich ist, bei denen wir uns im Flow befinden, beginnt stärker zu arbeiten und wie ein Dirigent  bringt er unterschiedliche Gehirnarela dazu, wieder miteinander zu kommunizieren. Rechte und linke Gehirnhälfte gehen wieder eine Verbindung ein, die Gehirnwellen wandern von Beta zu Alpha (entspannt mit wachem Körper) zu Theta (entspannt mit fast schlafendem Körper) und der Weg zum Unterbewusstsein wird frei, der analytische Verstand wird still. Die Zirbeldrüse, die für die Melatonin- und Serotoninausschüttung zuständig ist, beginnt verstärkt zu arbeiten und Glücksgefühle auszulösen. Hypophyse und Hypothalamus senden Signale an den Körper, die zur Ausschüttung von Oxytocin – dem Liebes- und Bindungshormon – und weiteren Hormonen führen, die unser Wohlbefinden steigern. Der Körper erhält statt widersprüchlicher Botschaften einheitliche Botschaften vom Gehirn und kommt in eine große Ruhephase. Atmung und Puls verlangsamen sich und die Immunabwehr steigt. Es ist plötzlich genug Energie da, um Heilung und Regeneration zu unterstützen. Vergleicht man das Gehirn mit einem Computer würde man sagen: Man drückt in der Meditation die Reset-Taste und das System wird neu gebootet.  

Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich zu verändern

Im Gegensatz zu früher wo man glaubte, das Gehirn würde sich im Laufe der Jahre über Erfahrungen und Lernen programmieren und irgendwann nicht mehr verändern, weiß man heute: Unser Gehirn ist ein hochkomplexes System, das auf elektrische und magnetische Einflüsse reagiert und in dauernder Aktivität ist. Mehr als einer festen Masse gleicht es viel eher einem weich gekochten Ei in einer Salzlösung. Andauernd entladen sich elektrische Impulse zwischen den Synapsen und die Kapazität der Verarbeitung geht weit über alles hinaus, was Computer heute leisten können.  Je mehr es beansprucht wird, Neues erleben und erfahren darf, desto  stärker, zahlreicher und verknüpfter werden die neuronalen Verbindungen und sorgen dafür, dass man sich gesünder fühlt und älter wird. Dagegen wird ein Gehirn, welches tagaus, tagein immer nur das selbe erlebt, mit denselben Menschen zusammen ist und der immer gleichen Routine folgt, träge und bequem, Synapsen und Neronen nehmen ab wie Muskeln die nicht benutzt werden. 

Meditation kann man lernen

Dies sind nur einige wenige Vorteile, die in der Meditation entstehen. Daneben trägt der Zustand in der Meditation dazu bei, Einsichten über sich selbst zu erlangen, die man sonst nicht hat. Denn der analytische Verstand beginnt zur Ruhe zu kommen und die Stimme der Intuition kann gehört werden. Wie jede andere Fertigkeit auch, ist Meditation eine Fähigkeit, die erlernt werden kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: Gehirn und Körper kommen in einen entspannten Zustand und haben die Möglichkeit, sich zu regenerieren. Glücksgefühle und innere Einsichten nehmen zu. Die Gelassenheit steigt und die Resistenz gegen Stress nimmt deutlich zu. Körper und Gehirn lernen im wahrsten Sinne des Wortes, sich mehr mit erhebenden als mit destruktiven Gefühlen zu identifizieren. 

Wer möchte, kann in diesem Zustand des inneren Flows dazu über gehen, gewünschte Veränderungen für sein Leben in Gang zu setzen. Denn was gefühlt und in einem meditativen Zustand immer wieder aktiviert wird, ist für das Gehirn und damit den Körper genauso real wie eine echte Erfahrung. Dies in Zusammenhang mit einer verminderten Aktivität des analytischen Verstandes und einem besseren Zugang zum Unterbewussten trägt dazu bei, hinderliche Verhaltensmuster zu erkennen und nach und nach zu verändern.

Vorsicht: Suchtgefahr

Ist die Meditation anfangs wie ein unbekanntes Land, in dem man sich eher vorsichtig und mit Skepsis bewegt, so wird sie einem nach und nach vertrauter und man lernt, die unterschiedlichen meditativen Zustande schneller zu erreichen und länger zu halten. Irgendwann ist man soweit, dass man auch im Alltag kurz abtauchen und sich in stressigen Situationen schnell fangen kann. Die Stimme der Intuition wird wieder hörbar und man hört einfach auch, sich über viele Dinge Gedanken zu machen, sich mit Ängsten zu plagen oder den dauernden Stimmen im Kopf Gehör zu schenken. Die erhebenden Gefühle und Glücksmomente werden häufiger und es kommt der Tag, an  iman sie nicht mehr missen will. Vor allem wenn man merkt, dass das Leben anfängt sich in wesentlich bessere Bahnen zu lenken, Synchronizitäten immer häufiger auftauchen und man sich insgesamt einfach glücklicher und erfüllter fühlt. Meditation kann daher durchaus Suchtcharakter bekommen und sollte immer in einem adäquaten Verhältnis zum Alltag genossen und zelebriert werden und kein Fluchtmittel vor Problemen darstellen.

Viele Menschen nutzen Meditation unter anderem, um sich selbst von Krankheiten zu heilen

Wenn Krankheiten vor allem durch inhärente Signale entstehen die der Körper über lange Zeit empfängt, so gilt auch der Umkehrschluss: Kohärente Signale aktivieren Gene auf eine neue Art und Weise, die Immunabwehr steigt und der Körper hat die Möglichkeit, sich zu heilen und zu regenerieren. Inzwischen gibt es zahlreiche Berichte von Menschen, die sich mit dieser Form der Meditation selber geholfen haben.  Einige davon haben wir persönlich kennen gelernt. Auch wenn unser Verstand skeptisch ist und wir dazu erzogen worden sind, die westliche Medizin für allmächtig zu halten, wissen wir bis heute wenig darüber, warum Placebos in 50-70% der Fälle funktionieren und wie Heilung überhaupt satt findet. Nach allem, was ich bisher über die Wirkung von Meditation auf die Genesung gelernt und verstanden habe, scheint es so zu sein, dass der Körper in der Lage ist wie eine eigene pharmazeutische Fabrik alle Substanzen herstellen zu können, die zu seiner Heilung führen. Dies kann jedoch nicht der Intellekt leisten, sondern es geschieht in dem meditativen Zustand, wenn die Gehirnwellen sich verlangsamen und beginnen, kohärente Signale auszusenden. 

Wer mehr darüber erfahren möchte, findet auf der Seite von Joe Dispenza viele Videos und Berichte mit Testimonials.

Wir bieten in regelmäßigen Abständen Abende zur Einführung in die Meditation an, die sowohl für Meditations-Erfahrene als auch für Anfänger eine Bereicherung sind.