Gesundheit der Prostata

Die Prostata wird häufig als Pendant zum weiblichen G-Punktbereich genannt und besteht wie dieser aus Drüsengewebe, in dem ein Großteil der Samenflüssigkeit gebildet wird. Sie ist kastaniengroß und liegt zwischen Harnblase und Enddarm und kann über den Anus ertastet werden. Die Prostata kann mit steigender Erregung sehr sensibel werden und hohe Lustgefühle auslösen. Auch ist die Erreichung eines Orgasmus über eine Stimulation der Vorsteherdrüse möglich und wird hier dem vaginalen Orgasmus der Frau gleichgestellt, im Gegensatz zum klitoral empfundenen Orgasmus. Durch ihre anatomische Lage um die Harnröhre herum kommt es bei einer krankhaften Prostatavergrößerung durch den entstehenden Druck zu Problemen beim Urinieren. 

Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen beim Mann.

 Neben Prostatakrebs gibt es auch gutartige Prostatavergrößerungen und entzündliche Prostataerkrankungen, die vor allem mit zunehmendem Alter auftreten können. Vielfach angeboten wird daher in der Vorsorge die Messung des sogenannten PSA Wertes (eines Eiweißes, welches spezifisch in der Prosatata gebildet wird) und dessen erhöhte Werte auf eine mögliche Erkrankung oder Krebs hinweisen können. Ob und in wieweit die Erhebung dieser Werte sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden. Wichtig ist zu wissen, dass ein erhöhter Wert alleine noch keine Aussagekraft besitzt und nur in seinem weiteren Verlauf begutachtet werden sollte. Auch gibt er keinen Aufschluss darüber, ob er auf eine Erkrankung hinweist und wenn ja, auf welche. Zur genaueren Abklärung ist also auf jeden Fall eine weitere Diagnostik notwendig. 

Die Erhebung des PSA-Wertes ist in die Kritik geraten, weil er zu großer Verunsicherung führen kann und vielfach vorschnell eine Operation angeraten wird. Die Folgen einer solchen sind jedoch für den Mann gravierend, da sie häufig zu bleibender Impotenz und Inkontinenz führen. Sowohl die Erektionsfähigkeit, wie auch die Libido und die Orgasmusfähigkeit können meist nicht wieder hergestellt werden. Genauere Studien darüber gibt es erstaunlicherweise bisher nicht, es ist jedoch davon auszugehen, dass maximal 20-40% der Betroffenen ihre volle sexuelle Erlebnisfähigkeit wieder erlangen. Studienergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass nur ein Drittel der Männer die volle Kontrolle über ihre Urinkontinenz wieder erlangen, während zwei Drittel mit Windeln und Inkontinenzeinlagen leben müssen. Die Webseite des Westdeutschen Prostatazentrums gibt hierrüber ausführliche Auskunft. Auch die in Mode geratenen weniger invasiven Operationsmethoden (Da Vinci Methode) sind im Vergleich zu den Totaloperationen bezüglich ihrer Nachwirkung noch nicht wissenschaftlich belegt. Da grundsätzlich zwischen agressiven, schnell wachsenden Tumoren und sehr langsam wachsendem Prostatakrebs unterschieden werden muss, mit dem man ein hohes Lebensalter erreichen kann, ist im Einzelfall immer abzuwägen, was für eine Behandlungsmethode sinnvoll erscheint und eine überstürzte Entscheidung zu einer Operation nicht anzuraten.  

  • Lebe ich in Balance?
  • Bewege ich mich so viel, wie ich möchte?
  • Habe ich ein erfüllendes Sexualleben?
  • Fühle ich mich als Mann in meiner Kraft?
  • Wie ist meine Einstellung zum Älterwerden?

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