Helfen Tantra-Massagen nach sexuellem Missbrauch?

Sexueller Missbrauch

Sexueller Missbrauch

Wie viele Menschen in Ihrer Kindheit und Jugend sexuelle Übergriffe erfahren, ist wegen der hohen Dunkelziffer nicht bekannt. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 10%-20% aller Mädchen und 5-10% aller Jungen betroffen sind. Das keine genauen Zahlen bekannt sind liegt zum Teil daran, dass lange nicht alle Taten zur Anzeige gebracht werden. Je näher sich der Täter / oder die Täterin im Kreis der Familie befindet, umso größer ist der Druck der Geheimhaltung. In manchen Fällen ist das Erlebte auch so traumatisch, dass es lange Zeit verdrängt wird und gar nicht im Bewusstsein des Opfers ist, bis die Erinnerung durch ein Ereignis wieder hervor geholt wird.

Die Zahlen an sich sind schon erschreckend genug. Doch wie sehr beeinflusst das Erlebte einen Menschen in seinem weiteren Leben?

Eine Folge sexuellen Missbrauches (aber auch anderer traumatischer Ereignisse) kann die Ausbildung schwerwiegender psychischer Störungen sein. Diese kann in ihrer Ausprägung variieren und bis hin zu klinisch manifesten Krankheitsbildern führen. Darunter fallen zum Beispiel depressive Erkrankungen, Borderline-Syndrom, Post-Traumatische- Belastungsstörungen oder die Ausbildung multipler Persönlichkeiten. Oft leiden die Personen unter starken Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Bindungsängsten, Angst vor Kontrollverlust, mangelndem Vertrauen, Ess-Störungen oder sexueller Unlust bis hin zu sexuellen Störungen.

In jedem Fall ist das Leben nach einem Missbrauch stark von dieser Erfahrung überschattet und in allen Fällen ist die therapeutische Begleitung des Erlebten notwendig, um es behutsam zu verarbeiten. Doch wie ist es möglich, nach einer solchen Erfahrung nicht nur über das Geschehene hinweg zu kommen sondern auch ein Leben in Fülle und Freude für sich zu erlangen? Nach langjähriger Erfahrung in meiner Praxis für Tantramassagen kristallisiert sich heraus, dass konventionelle Therapien ihre Grenzen haben. Da sich das Erlebte auf der körperlichen Ebene abgespielt hat, braucht auch der Körper selber heilsame Erfahrungen um wieder in die Balance zu kommen.

Genau so, wie wohltuende Berührung äußerst heilsam ist, geht bedrohliche Berührung genau so tief und erschüttert das Vertrauen bis wahrlich in die tiefsten Wurzeln unseres Seins. Selbstannahme, Selbstliebe, Vertrauen und (Lebens)-Lust können nicht auf theoretischer Ebene wieder erlangt werden. Diese können nur dann wieder aufgebaut werden, wenn der Körper in den Heilungsprozess integriert wird.

Ich habe auf unserer Webseite darüber berichtet, dass ich innerhalb der ersten fünf Tage meines Ausbildungsseminares zur Tantramasseurin sämtliche Ängste verloren habe, denen ich vorher über 30 Jahre lang hilflos ausgeliefert war. Dabei hat es mir wenig geholfen, dass ich intellektuell sehr genau erklären konnte wo sie herrührten. Das hat mich sehr fasziniert, denn es war keineswegs so, dass es dort währenddessen irgendwelche dramatischen Ereignisse oder Erkenntnisse gab. Meine Erklärung dazu ist schlicht und einfach: Ich bin so viel liebevoll berührt worden und habe so viel Annahme erfahren, dass mein irgendwann verlorenes Urvertrauen sich wieder einfinden konnte. Dieses Vertrauen hat mich bis heute nicht verlassen und stärkt mir in Zeiten, in denen es stürmisch wird, sehr den Rücken. Nicht zu reden davon, dass diese diversen Ängste wirklich kräftezehrend und anstrengend waren und mich einiges an Lebensenergie gekostet haben.

Inzwischen erreichen uns immer mehr Anfragen von Frauen, die sich des Missbrauchs in ihrem Leben bewusst sind und die zusätzlich zu der therapeutischen Arbeit nach Möglichkeiten suchen, positive Erfahrungen mit ihrem Körper zu sammeln. Sie sehnen sich nach glücklichen Beziehungen und körperlicher Nähe und möchten in ihre Lust kommen. Gleichzeitig reagiert ihr Körper immer noch mit Abwehr, Unlust oder unter Umständen sogar Panik, wenn ihnen jemand nahe kommt. Ihr Vertrauen in sich und das Leben ist einfach sehr tief verletzt worden. Da es sich um sexuelle Übergriffe handelt ist außerdem die Beziehung zum eigenen Körper und zur Lebenslust an sich stark eingeschränkt – denn sexuelle Energie kann man letztlich mit Lebensenergie, Kreativität und Lebensfreude gleichsetzen.

Da die Berührung in der Tantra-Massage die sexuellen Aspekte eines Menschen integrativ mit einbindet, können diese neuen Erfahrungen ein wunderbarer Weg sein um in die Lebenslust zurück zu finden. Dabei wird ein Weg eingeschlagen, bei dem die momentanen Grenzen in jedem Fall respektiert werden und eine Öffnung behutsam und über einen längeren Zeitraum erfolgen kann. So kann die erste Sitzung auch nur darin bestehen, im Arm gehalten zu werden und Schutz zu erfahren. Schrittweise kann sich der Körper dabei an eine Nähe gewöhnen, die Vertrauen gibt statt bedrohlich zu sein und die nach und nach auch die körperliche Lust entdeckt. Wenn während dieses Prozesses alte Schmerzen noch mal auftauchen, so werden sie liebevoll angenommen und akzeptiert und haben damit die Möglichkeit, sich nach und nach aufzulösen.

Mir liegt es sehr am Herzen, die Tantra-Massage unter diesem Aspekt ins Bewusstsein zu rücken und dazu beizutragen, dass auch Menschen mit traumatischen körperlichen Erfahrungen die Möglichkeit haben, in die Lust und die Leichtigkeit zu kommen.

Ein wenig tue ich mich schwer damit, in diesem Zusammenhang von der Tantra-Massage zu reden da es inzwischen viel zu viele zwielichtige Angebote gibt, die sich mit diesem Begriff schmücken. Gerade für traumatisierte Menschen ist es besonders wichtig, dass sie sich in vertrauensvolle Hände begeben können um nicht einen weiteren Missbrauch an Körper, Seele oder Geist zu erleiden.

Hier einige Anhaltspunkte, an denen man sich orientieren kann:

  • Studieren Sie die Webseite eingehend und achten sie auf „Zwischentöne“ und Unstimmigkeiten
  • Wenn sich auf den Bildern junge Frauen mit makellosen Körpern anpreisen, sind sie mit Sicherheit an der falschen Adresse.
  • Rufen Sie an und lassen sich beraten. Sie werden am Telefon merken, ob jemand kompetent ist um Sie in diesem Prozess zu begleiten.
  • Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Kennenlern-Termin, der sie zu nichts verpflichtet und entscheiden Sie vor Ort, ob es sich stimmig anfühlt.
  • Rufen Sie bei unterschiedlichen Instituten an und vergleichen Sie die Informationen, die Sie erhalten. Wenn Sie sich nach dem Gespräch ermutigt und leichter fühlen ist das ein guter Wegweiser.

Zu guter Letzt: Mir ist noch keine Frau begegnet, die nicht mit einer gewissen Angst in eine Tantramassage geht. Manche überlegen Wochen und Monate, ob sie diesen Schritt gehen sollen. „Wie wird es sein, von fremden Händen berührt zu werden? Wird meine Nacktheit ausgenutzt? Kann ich sicher sein, dass mir Gutes widerfährt? Darf ich mir ein sexuelles Erlebnis gönnen von jemandem, der mir fremd ist und dafür auch noch bezahlen?“ Und und und…

Eine Tantramassage ist eine Erfahrung, die man nicht theoretisch vorweg nehmen oder sich ausmalen kann. Vorher unsicher und ängstlich zu sein ist ganz normal. Ich habe sie als wunderbaren Schritt auf dem Weg in die innere Freiheit und Freude erlebt.

Clea Nuss-Troles

2 Kommentare zu Helfen Tantra-Massagen nach sexuellem Missbrauch?

  1. Lieber Frank, in diesem Artikel finde ich mich selbst wieder, in unterschiedlicher Weise.
    Was mir einmal mehr zeigt, dass ich bei Dir bei Euch richtig wäre, nur die Entfernung macht es mir ein wenig schwer, aber ich schaffe es!
    Herzlich Anita

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