Frauentantra – Warum sich selbst zu lieben immer noch eine Sünde ist

Love Life Lips Meaning Happy Positive And Passionate

Love Life Lips Meaning Happy Positive And Passionate

Das Leben als Tantramasseur/in ist sehr spannend. Das werden alle meine Kolleginnen und Kollegen bestätigen. Denn man kann nie vorhersagen was der Tag bringen und welchen Menschen man begegnen wird. Und obwohl Tantramassagen sich vom Ablauf her ähneln, so herrscht doch immer mit jedem Menschen eine andere Energie, die jedes Mal einzigartig und besonders ist.

Und über noch etwas herrscht Einigkeit: Es macht uns besondere Freude Frauen zu massieren. Nicht, weil es so anders ist. Denn im Grunde genommen geht es immer um dieselbe aufrichtige, liebevolle Berührung die wir schenken. Wir massieren Frauen deshalb so gerne weil wir wissen, wie lange sie oft mit sich ringen, bevor sie das erste Mal eine Tantramassage buchen. Frauen fällt es tendenziell scheinbar deutlich schwerer als Männern, einfach etwas für sich zu beanspruchen. Und während der Besuch bei einer Kosmetikerin oder dem Friseur durchaus akzeptabel ist, ist es eine Tantramassage noch lange nicht. Frauen tun sich nämlich auch schwer damit, den in ihren Augen nicht ganz so perfekten Körper einem fremden Menschen zuzumuten. Aus vielen Gesprächen mit etwas älteren Frauen erfahre ich genau das: Ich bin / fühle mich nicht mehr schön – wer sollte mich denn gerne massieren wollen? Ich würde mich schämen mich auszuziehen!

Tantramassage als Ausdruck der Selbstliebe

Das ist immer der Punkt, an dem ich am liebsten weinen und gleichzeitig Tantramassagen verschenken würde. Einfach so, um es mal auszuprobieren. Denn vor mir stehen großartige Frauen, die ihr Leben mit Würde gelebt und viele Klippen umschifft haben und die sich trotz dieser Leistung um die Spuren schämen, die das Leben an ihren Körpern hinterlassen hat. Aber selbst wenn ich Tantramassagen verschenken würde – so weiß ich aus Erfahrung – ist die Scheu oft noch zu groß um es tatsächlich auszuprobieren. Und an der Stelle merke ich: Es ist tatsächlich doch noch eine Sünde, sich wirklich selbst zu lieben. Es sitzt so unglaublich tief in unserem weiblichen Glaubenssystem fest, dass wir gefallen müssen, einem Anspruch gerecht werden müssen oder einfach nicht ok sind so wie wir sind, mit unseren Pölsterchen und Narben. Es tut tatsächlich weh, wenn man mal wirklich hinein fühlt in diese Falle, in der wir uns alle immer wieder aufs neue verstricken. Und ich weiß: keine von uns kann sich dem wirklich und wahrhaftig immer entziehen. Dafür ist die Konditionierung zu stark gleichzeitig unglaublich subtil und vielschichtig. Sich da hindurch zu arbeiten kostet Jahre und ist wahrscheinlich mit jedem Jahresring, der an Reife dazu kommt, ein immer wieder neuer Prozess, der durchlebt werden will.

Tantramassage ist Heilung und heilig zugleich

Ich habe oft in meiner Praxis gehört: Eine einzige Tantramassage hat mehr in mir geheilt als 50 Therapiestunden. Hätte ich es selbst nicht genau so erlebt, würde ich diesen Ausspruch vielleicht für deutlich übertrieben oder zumindest hoch gegriffen halten. Aber genau das ist mir passiert, als ich nach meinem ersten Tantramassageseminar vor nunmehr 9 Jahren mit einem Schlag alle Verlustängste verlor, unter denen ich 30 Jahre gelitten hatte und die mein Leben an vielen Stellen deutlich eingeschränkt und belastet hatten. Keiner hätte erstaunter sein können als ich selbst und bis heute erscheint es mir wie ein kleines Wunder, dass dies so geschehen ist. Doch im Laufe meiner Berufspraxis habe ich das immer und immer wieder erfahren dürfen: Tantramassagen können Heilung bringen, wenn derjenige, der sie erfährt, offen dafür ist. Weil sie tiefe Seelenwunden schließen können, derer wir uns selbst gar nicht mal bewusst sein müssen. Es geschieht über die Berührung und manchmal ein paar Worte, durch die man erfährt, ohne Anspruch angenommen und geliebt zu sein. Ein Gefühl, dass wir als Babies kennen lernen durften und danach, in dieser Reinheit und Güte, vielleicht nie wieder erfahren haben.

Tantramassagen erhöhen unser spirituelles Empfinden

Welch tiefe Wirkung die Ausschüttung von Oxytocin auf unser spirituelles Empfinden haben kann belegt außerdem eine Studie, die Forscher an der Duke University in North Carolina durchgeführt und  in der Fachzeitschrift „Social Cognitive and Affektive Neuroscience“ veröffentlicht haben“ (Liebeshormon Oxytocin erhöht unsere Spiritualität – Pravda-TV.) In dieser wurde belegt, dass ein erhöhter Level des Liebeshormons Oxytocin gleichzeitig das Gefühl für Spiritualität fördert. Spiritualität wird dabei definiert als das Gefühl,  ein bedeutsames  Leben zu führen und sich gleichzeitig mit etwas verbunden zu fühlen, was größer ist als man selbst. Bei einer Tantramassage wird Oxytocin in größeren Mengen auf natürliche Weise produziert und ist mit verantwortlich für das Gefühl der Verbundenheit, dass die meisten Menschen nach einer Tantramassage beschreiben und welches oft für Tage anhält. Das wiederum müssen schon diejenigen gewusst haben, die Tantra vor über 2000 Jahren „erfunden“ haben. Denn das Wort „Tantra“ bedeutet in Sanskrit: Alles ist mit allem verbunden.

Fazit zum Thema Frauen und Tantra:  Selbstliebe darf im Jahr 2017 keine Sünde mehr sein. Traut Euch!

Zu dem Thema Selbstliebe möchte ich Euch zwei sehr schöne Bücher der Ärztin Christiane Northrup empfehlen: 

Göttinnen altern nicht Dr. med. Christiane Northrup

Weisheit der Wechesljahre – Dr. med Christiane Northrup

Viel Freude damit!

 

Clea Nuss-Troles

Schreibe einen Kommentar