Epigenetik – Erfahrungen werden vererbt

Epigenetik

Epigenetik

Dass man von der Großmutter die blauen Augen oder vom Großvater die Statur erben kann, ist hinreichend bekannt. Dass jedoch auch von den Vorfahren gemachte Erfahrungen sich im Verhalten nachfolgender Generationen niederschlagen können, gehört zu den neueren Erkenntnissen der Epigenetik.  Dieser relativ junge Zweig der Biologie beschäftigt sich damit, welchen Einfluss Umweltfaktoren auf die Aktivierung oder Hemmung von Genen haben und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.

Im Hungerwinter 1944/45 brachten schwangere Mütter in Holland untergewichtige Kinder zur Welt. Obwohl sich kurz darauf die allgemeine Ernährungslage besserte, hatten überdurchschnittliche viele dieser Kinder später im Erwachsenenleben mit Depressionen, Herz-Kreislauf Erkrankungen und anderen gesundheitlichen Störungen zu kämpfen, vermutlich aufgrund von in der Schwangerschaft erfahrenem Stress. Dies ist nicht weiter verwunderlich. Aufmerksamtkeit erregte jedoch die Tatsache, dass die Frauen dieses Hungerwinters, die später selber Kinder bekamen, mehr untergewichtige Kinder gebaren als üblich (Planet Wissen – Epigenetik). Dies legte die Schlussfolgerung nahe, dass die im Mutterbauch gemachten Erfahrungen an die Kinder weiter gegeben wurden.

Was jetzt im Rahmen der Epigenetik in den Fokus wissenschaflticher Forschung rückt und erstmals in einem Versuch mit Mäusen auch wissenschaftlich belegt werden konnte (Die Welt: Psychische Belastung wirkt sich auf die Enkel aus), hat die Begründerin der systemischen Familientherapie, Virginia Satir, schon vor einigen Jahrzehnten im Rahmen ihrer Arbeit erkannt. Sie stellte fest, dass sich bestimmte Themen oft wie ein roter Faden über Generationen durch die Familiengeschichte ziehen und teilweise auch eine oder mehrere Generationen überspringen können. Was Familientherapeuten weltweit in ihrer systemischen Arbeit empirisch belegen konnten, bekommt jetzt durch die neuen Forschungen in der Epigenetik eine wissenschaftlich fundierte Basis.

Einschneidende Erfahrungen hinterlassen ihre Spuren in den Genen und werden an nachkommende Generationen weiter vererbt.

Das Wissen aus der Epigenetik kann sich jeder Mensch zu Nutze machen, der seine eigene Geschichte besser verstehen und zum besseren verändern möchte. Wenn Themen im eigenen Leben immer wieder auftauchen und sich trotz intensiver Betrachtung nicht verändern, kann es sinnvoll sein,  sich mit der Familiengeschichte den dort gemachten Erfahrungen zu beschäftigen und sie zu integrieren. Dies ist im Rahmen des integralen Coachings bei Anlea möglich.

Ein weiteres empfehlenswertes Buch zum Thema:

Mit diesem Wissen kann man seinen Jahresrückblick auf 2013 und die Ausblicke auf das kommende Jahr vielleicht mit ganz neuen Augen betrachten.

In diesem Sinne einen guten Übergang in ein spannendes und entfaltungsreiches neues Jahr!

Clea Nuss-Troles

Foto: Peter Bast by Pixelio

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