Die Welt da draußen ist verrückt

Die Welt da draußen ist verrückt

Die Welt da draußen ist verrückt

Haben Sie es schon bemerkt? Die Welt da draußen ist verrückt. Nicht, dass das für mich eine neue Erkenntnis wäre, aber ihre Wahrheit trifft mich doch immer wieder, jedes Mal wenn ich darüber nachdenke. Wir leben in einer Zeit die uns vorgaukelt, dass wenn wir immer mehr in immer weniger Zeit schaffen, dies in irgendeiner Form für uns gut sein könnte. Jeden Tag erlebe ich, dass Gäste mir berichten, wie gestresst sie sich durch die immer höheren Anforderungen fühlen.

Viele sind derart eingespannt in ihrer Arbeit, das man fast von einem modernen gesellschaftlichen Sklaventum  sprechen könnte. Wenn alle Lebenshaltungskosten uns zwingen so viel zu arbeiten für teilweise sehr wenig Geld und viele Familien nur durch Doppelverdienste überleben können muss man sich zurecht die Frage stellen, wo das eigentlich menschliche, welches uns durch Kreativität, Musse und Miteinander verbindet, geblieben ist.

Als ich vor 30 Jahren am Flughafen gearbeitet habe, habe ich 1400- 1600 DM verdient. Der heutige Verdienst liegt bei ca. 1200 €. Wir leben in der Illusion der Freiheit, die keine mehr ist. Viele Jobs werden zusammengestrichen so dass die, die noch Arbeit haben, das doppelt und dreifache für das selbe Geld erledigen. Viele Menschen arbeiten für so wenig Lohn, dass es gerade zum Überleben reicht und wenn noch Unterhaltszahlungen oder andere Belastungen da sind, wird es richtig eng. So eng, dass der Körper sich im Dauerstress befindet und einen täglichen Überlebenskampf liefert. Wären wir eine Gazelle im Dschungel wäre es so, als würde uns der Löwe jagen. Mit dem Unterschied, dass er nie aufhört uns zu jagen. Und wir rennen und rennen und rennen.  Ich selber merke an mir, dass ich an meinen freien Tagen richtig innerlich runter schalten muss, um aus diesem ewigen Tun und Machen einen Ausstieg zu finden. Es gibt Tage, da jagt ein Gedanke den anderen und ich komme schwer zu Ruhe. Ich muss mir Ruhepunkte im täglichen Leben setzen, um aus dieser Nummer raus zu kommen. Sonst fühle ich mich genauso verrückt wie die Welt da draußen.

Ich bin sehr froh, dass ich eine Arbeit habe die mich erfüllt und die mir täglich zeigt, wie wichtig sie für die Menschen ist.  Berührung ist in meinen Augen ein Luxusgut geworden in einer Zeit, wo man sich eher Emails schreibt als die paar Schritte zum Kollegen im Nachbarbüro zu gehen und vielleicht einen kleinen Plausch zu halten. Oder ihm den verspannten Nacken zu massieren. Oder seine Frau oder seinen Mann mit einer Fussmassage zu verwöhnen, nicht vor dem Fernseher, sondern mit ungeteilter Aufmerksamkeit, in aller Ruhe und ohne Störung. Ich selber beobachte mich genauso dabei, wie ich selbst auf dem Fahrrad oder hinter dem Steuer an der Ampel schnell die sms lese, die gerade angekommen ist. Wie sehr genieße ich dagegen die Ruhe, die in einer Massage entsteht. Wenn das einzige was wichtig ist, der Mensch vor mir ist. Wo es keine sms, kein Handy und keinen Computer gibt. Ich liebe meinen Comupter – keine Frage – und es macht mir viel Freude mit und an ihm zu arbeiten. Aber täglich auch eine kleine Auszeit zu nehmen von all den technischen Geräten die mich umgeben, ist zum unverzichtbaren Bestandteil meines Lebens geworden um mich immer wieder in die Balance zu bringen. Ich habe vor über 25 Jahren meinen Fernseher abgeschafft, weil ich diese banale Berieselung nicht mehr ausgehalten habe. Ich lese lieber ein Buch oder suche mir gezielt einen Film aus, den ich genießen möchte. Wenn ich noch vor 5 Jahren darüber berichtet habe, haben mich manche Menschen angeschaut als hätte ich mir freiwillig einen Arm amputiert. Der Einwand lautete dann immer: Aber es kommen doch auch gute Sachen (stimmt) und ich möchte auf dem Laufenden bleiben, was auf der Welt passiert. Ich frage mich dann immer: wer entscheidet denn darüber, was ich zu sehen bekomme? Ist das wirkliche Information die mir geboten wird oder subtil gefilterte Botschaften die mich darin bestärken, dass die Welt ein einziger Krisenherd ist und ich sowieso machtlos bin? Ich kann bester Laune sein und beim Auto fahren mein Radio anmachen. Nach spätestens der zweiten Nachrichtensendung kreisen meine Gedanken um ein Zugunglück in Nepal oder einen Terroranschlag auf Bali oder die letzte Flutkatastrophe sonst wo. Geht es mir damit besser? Habe ich irgendetwas geändert? Ich kann mich natürlich für das ein oder andere engagieren, aber doch nicht für alles und überall gleichzeitig. Wer hat also Interesse daran, dass so viele Katastrophen über die Medien wandern und uns die Energie entziehen? Was wäre, wenn man statt Fernsehen zu schauen ein Buch schreiben, Yoga machen oder ein Bild malen würde? Dinge die einen wirklich entspannen und die den Geist still werden lassen? Ich erlebe heute, dass sich immer mehr Menschen den Massenmedien entziehen und beginnen, ihre Freizeit gezielter zu gestalten. Das ist die Zeit, wo wirkliches Miteinander oder auch gezieltes Allein-Sein entstehen können. Und dann können kreative Gedanken fließen. Dann können Momente der Stille entstehen oder wirklicher Intimität. Und es kann Raum entstehen für wirkliche Begegnung – entweder mit mir selbst oder mit anderen.

Ich bin tief überzeugt davon, dass in jedem Menschen Talente stecken die ihn zu etwas ganz besonders einzigartigem machen und die nur verschüttet sind. Die für einen selber wahres Glück bedeuten und eine Gabe für die Welt sind, die diese braucht um zu heilen. Ich staune manchmal darüber, wie viele unterschiedliche Individuen auf dieser Welt leben. Jeder für sich einzigartig und wundervoll. Ich finde die Zeit ist mehr als reif dafür, nach den inneren Schätzen zu suchen und sie für sich und die Welt da draußen zu ent-decken.

Clea Nuss-Troles

3 Kommentare zu Die Welt da draußen ist verrückt

  1. Liebe Clea,

    dieser Beitrag spricht mir und sicherlich auch vielen, vielen anderen Menschen aus dem Herzen.
    Die immer schlimmer werdende Hetze und Arbeitslast, die uns zugemutet wird, die wir aber auch selbst uns zumuten, weil wir uns nicht wehren. Natürlich, weil die Ängste da sind, den Job zu verlieren, Ansehen zu verlieren, Geld zu verlieren, auch den/die PartnerIn zu verlieren. Also letztendlich Existenzängste.
    Aber sind das wirklich unsere eigenen Ängste? Oder sind das Dinge, die uns eingeredet werden?
    Die wir uns haben einreden lassen?
    Jedenfalls denke ich, das die allermeisten Menschen verlernt haben, den Augenblick zu genießen, sich dem Moment völlig hinzugeben, schon ausliefern. So wie in einer Massage. Sei es als Gebende/r oder als Empfangende/r. Sich und den/m Anderen die Zeit zu schenken, den Moment auszuleben, auszukosten bis zum letzten „Tropfen“.
    Ich habe das alles selbst in meinem Job erlebt, ausdrücklich Job, es ist nicht mein Beruf oder gar meine Berufung. Seitdem ich mir bewusst mehr Zeit mit den Menschen nehme, mit denen ich zu tun habe, merke ich, dass die Meisten sehr positiv reagieren, weil zum einen ich viel entspannter bin, zum anderen auch mal über etwas anderes als nur das Geschäft oder das Problem gesprochen wird.
    Im Rahmen natürlich, aber dennoch.
    Was aber wirklich dabei überrascht, ist, dass ich nicht weniger, sondern mehr als die meisten meiner Kollegen erledige, ein sehr positiver Effekt des Ganzen. Naja.
    Ich denke auch, dass es damit zu tun hat, das wir, wenn man denn von Werten sprechen möchte, dass wir uns nicht mehr an uns selbst ausrichten, sondern nur noch an irgendwelchen Vorbildern, Idolen, die angeblich mit ihren Methoden mehr Profit rausholen können. Womit wir beim für mich eigentlichen Grund für die ganze Hetze und Jagerei sind.
    Geld. Profit. Und damit Macht. Allerdings in aller Regel für Andere, nicht für uns selbst.

    Wir verlieren uns selbst damit aus den Augen. Wir sorgen nicht mehr zuerst für unser eigenes Wohlergehen, sondern für das eines Anderen. Den wir meist nur mal aus der Ferne gesehen haben. Der aber immer behauptet, nur unser Bestes im Sinn zu haben. Haben sie, nämlich unsere Kraft und Energie, die wir für ein mitunter so niedriges Einkommen aufbringen, dass man davon kaum leben kann. Wenn ich mir anschaue, wie lange unsere „Regierung“, egal, welche Farbe die Fahne hat, darüber diskutiert, streitet, zaudert und hadert, einen vernünftigen Mindestlohn einzuführen.
    Wovor haben die denn Angst? Ich habe da so meine Gedanken, aber das würde nun zu weit führen.
    Jedenfalls hat es wieder mit Profit, Geld und Macht zu tun.
    Ich kann mich noch erinnern, mein Geschäftsführer hat mich mal gefragt, was ich denn für Karriereziele innerhalb der Abteilung oder Firma hätte. Ich musste nicht lange überlegen. Ich hab nur gesagt, bis zur Rente durchhalten, ich will nicht Abteilungsleiter oder gar Geschäftsführer werden. Er hat mich angesehen, als hätte ich Hörner und einen Pferdehuf.
    Ich hab ihm später mal zu erklären versucht, dass meine Ziele andere sind. Eher im Innen als im Außen. Zugegeben, das war nicht immer so, aber seit dem mir dieser ganze Irrsinn bewusst und immer bewusster geworden ist, habe ich keine Hemmungen mehr, dass auch zu artikulieren.
    Warum auch, wenn ich es nicht für mich tue, werde ich mich auch nicht ändern. Und ich merke, wie das auch Andere dazu bringt, genauer, offener und ehrlicher hinzuschauen.
    Und mittlerweile habe ich andere Dinge, Wege und Möglichkeiten gefunden.
    Die auch mit Massage zu tun haben :-). Mein Weg aus dem Hamsterrad.

    Oh ja, die Nachrichten im Radio oder Fernsehen. Ich schaue mir das nicht mehr an. Und lese schon seit Ewigkeiten keine Zeitung mehr, jedenfalls nicht die großen Schlagzeilen.
    Ändern kann ich wirklich nur die Dinge, die mir begegnen. Es ist mir bewusst, das in der Welt so unglaublich viel Not und Elend vorhanden ist. Das gibt es aber auch hier, oft direkt auf der anderen Straßenseite. Ich muss nur die Augen öffnen und schauen. Wahrnehmen. Und das braucht manchmal Zeit, also auch mal ein Stehenbleiben und Zuhören oder Anschauen. Und nicht wieder weg-hören oder -sehen. Oder gar weggehen.
    Das tun wir leider viel zu oft. Obwohl es meist nur einer Kleinigkeit bedarf, um zu helfen. Um ein Lächeln auf ein Gesicht zu zaubern, Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und damit auch Liebe zu schenken. Ein schöner Gedanke. Auch das ist Berührung.
    So, hoffentlich nicht ganz am Thema vorbei… HA.

    Ganz liebe Grüße
    Peter

  2. Liebste Clea,

    Du sprichst mir aus dem Herzen!
    Ich selbst bin zutiefst davon überzeugt, dass wir dieses Außen jedoch selbst erschaffen haben. Durch das Folgen der alten Glaubenssätze, die uns unsere Vorfahren beibrachten…
    Hast du was, dann bist du was – das heißt für uns Kinder die wir damals waren im Umkehrschluss:
    Hast du nichts, dann bist du nichts… oder du musst dich anstrengen damit du was wirst, was wiederum im Verständnis von uns als Kinder bedeutete, du bist derzeit nichts…
    Als Kinder in den Jahren 0 – 6 oder 7 haben wir diese Glaubenssätze einfach übernommen, da sie von den von uns wichtigsten Menschen der Zeit ausgegeben wurden.
    Gott sei Dank befinden wir uns derzeit in einer Wandlungszeit, wo wir diese alten Glaubenssätze in Lage sind aufzulösen.
    Und lösen wir diese Glaubenssätze nun auf und verkehren sie ins Gegenteil und erkennen wir, dass in jedem von uns ein zutiefst schöpferisches Wesen lebt, welches allein durch die Gedankenkraft in der Lage ist die Realitäten neu zu erschaffen, allein durch die Bekenntnis zu sich und der Selbstliebe selbst.
    In uns selbst ist alles, was wir für ein wundervolles Leben brauchen. Beigebracht wurde uns ein anderes Denken, strebe nach dem was andere haben… schauen wir immer nur im Außen, erkennen wir unsere eigene Kraft und unsere Fähigkeiten nicht, es wird niemals genug sein. Und so rennen wir wie die Lemminge dem hinterher, was uns durch die Medien eingebläut wird, wie wir zu sein hätten… man muss einen perfekten Körper haben; man muss ein prall gefülltes Bankkonto haben… doch mal ehrlich, wieviele von uns entsprechen diesen Fremdbestimmten Idealen?!
    Und wer ist überhaupt „man“?! Ich garantiert nicht mehr!

    Es ist eine wundervolle Zeit um die Dinge aufzulösen. Machen wir uns auf den Weg zu uns selbst; erkennen an, dass die jetzige Realität unsere Schöpfung ist und erkennen sie liebevoll an; erkennen wir, dass wir lediglich das Leben im jetzigen Augenblick haben (Vergangenes ist vorbei, wir können höchstens daraus lernen und die Zukunft ist noch nicht), dann sind wir in der Lage, unser Leben zu ent-schleunigen und somit wird sich unsere gefühlte Lebenszeit unglaublich verlängern.
    Folgen wir nur noch dem, was unser Herz zum singen bringt, so wird das Leben zu einem Fest werden und wir können es feiern in jedem Augenblick.

    Wir leben im Laufe der Jahreszeiten und somit ähnelt alles auch dem Fluss des Lebens. Mal seicht und friedvoll fließend, mal heftig und leidenschaftlich tosend und am Ende ergiessen wir uns im Meer des Seins. Der Tag könnte ohne die Nacht nicht existieren und umgekehrt. Und wenn wir hinschauen, existiert beides direkt auf unserem schönen Planeten, unserer Mutter Erde.
    Geben wir etwas aus freiem Herzen, ohne Bedingungen, dann bekommen wir dies um ein Vielfaches verstärkt zurück.

    Wir als Menschen haben abertausende Gesetze erfunden um unser Sein zu regeln. Doch sie bieten lediglich Schlupflöcher um sie zu umgehen.
    Der Kosmos kommt lediglich mit den 7 hermetischen Gesetzen aus, die in jedem Augenblick wirken.
    Erkennen und anerkennen wir dies, brechen wir zu neuen Ufern im Menschsein auf und können von den alten Strukturen loslassen.

    Das Leben in diesem Körper ist dazu da ein Fest zu feiern, welches unsere Seele so nicht erfahren könnte, wäre sie nicht Körper geworden.
    Die Vereinigung von Körper, Geist und Seele lässt uns hochschwingen auf dem Rücken des Adlers, durch die Niederungen des Jaguars, oben wie unten, innen wie außen, alles zurselben Zeit…

    Das Leben ist schön und ich bin dankbar, dass sich unsere Wege kreuzten!

    Liebe Herzensgrüße
    Thomas

  3. Erstaunt bin ich…. meine Wahrnehmungen, meine Gefühle, meine Art zu leben…. es gibt andere, die so auch fühlen und leben !

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