Die Kraft der Wechseljahre

Power statt Trauer-Glücklich durch die Wechseljahre

Die Kraft der Wechseljahre

Die Wechseljahre haben keinen guten Ruf. Auf die Frage, was die meisten Menschen damit in Verbindung bringen kommen Schlagworte wie: Hitzewallungen, Depressionen, sexuelle Unlust, trockene Vagina, Stimmungsschwankungen, Osteoporose und Hormontherapie. Statt wie die erste Regel oder eine Schwangerschaft als eine natürliche und positive Übergangsphase im Leben einer Frau betrachtet zu werden,

sind sie stigmatisiert und lösen bei den meisten Männern und Frauen alles andere als positive Gefühle aus.

Wie eine dunkle Wand ragen sie vor einem auf, durch die man irgendwie hindurch muss und bringen ein wenig das Gefühl von Endzeitstimmung mit sich. In einer Gesellschaft, deren oberste Werte in „Jugendlichkeit, Produktivität und Aktivität“ liegen, ist das eine logische Konsequenz. Das dies auch anders geht zeigen einige amerikanische Ärztinnen die sich auf völlig neue Art und Weise mit „The Change“, wie die Wechseljahre im englischen Sprachraum heißen, beschäftigt haben und zu erstaunlichen Ergebnissen kommen.

Wie alles im Leben, ist die Betrachtung der Wechseljahre in erster Linie eine Frage der Perspektive: Fokussiert man sich auf das, was weg fällt oder auf das, was an positiven Faktoren hinzu kommt?

Die westliche Medizin hat ihren Fokus bisher hauptsächlich darauf gerichtet, dass durch die abnehmende Funktion der Eierstöcke die Produktion von Östrogen abnimmt und dies schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben soll.

In Folge dessen galt die Hormonersatz-Therapie lange Zeit als das Mittel der Wahl und für viele ist der Gang zum Frauenarzt um sich Hormone verschreiben zu lassen, immer noch ganz normal. Als Hebamme werde ich hier immer hellhörig: Sollte es tatsächlich so sein, dass die Natur hier einen Fehler begeht und Veränderungen in Gang setzt, die von sich aus schädlich sind? Meine Erfahrung in der Betreuung vieler schwangerer Frauen hat mich das Gegenteil gelehrt: die Natur ist weise und rüstet uns in der Regel in jedem Alter mit allem Notwendigen aus. Verstoßen wir jedoch gegen ihre Weisheit und hören nicht auf die inneren Befindlichkeiten, müssen wir therapiert werden. Das dies nicht ohne Nebenwirkungen vonstatten geht zeigte sich in den USA, als eine groß angelegte langjährige Studie, die die Wirksamkeit von Hormontherapien belegen sollte abgebrochen werden musste, weil die Rate an Brustkrebserkrankungen signifikant anstieg.

Was passiert also in den Wechseljahren wirklich und warum stürzen sie so viele Frauen in Stimmungsschwankungen und Depressionen? Für mich ist das die natürliche Reaktion darauf, dass wir Frauen verlernt haben unseren inneren Rhythmen zu folgen und uns auf uns selbst zu besinnen. Nachdem wir jahrelang den Spagat von Karriere, Beruf, Familienmanagerin oder Selbstversorgerin hinter uns gebracht haben und oft ausgepowert sind weil beständig beschäftigt, ist die Zeit der Wechseljahre die natürliche Periode im Leben um uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen und zu überprüfen, was wir vom Leben erwarten und wie wir es für uns gestalten möchten. Dafür braucht es Zeit, Ruhe und Besinnung und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensweise. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen zum Beispiel, dass viele Beschwerden in den Wechseljahren durch einen anhaltend hohen Pegel an Stresshormonen wie Adrenalin, Nor-Adrenalin und Cortisol sehr stark beeinflusst werden (Is it me or my hormones, Marvelle Pick) Diese werden zusätzlich angekurbelt durch einen starken Kaffee- und Alkoholkonsum sowie Schlafmangel und führen dazu, dass der Körper schon mit einem Ungleichgewicht in die Wechseljahre geht. Fettarme Diäten, wie sie immer noch propagiert werden, führen langfristig zu einem Mangelzustand der den Körper nachhaltig stresst und ihm lebensnotwendige Substanzen entzieht und sind auch mit verantwortlich für andere typische Frauenbeschwerden wie PSM, Regelschmerzen und ausbleibende Perioden.

Viele Beschwerden der Wechseljahre lassen sich mithilfe von sanften pflanzlichen Präparaten unterstützend begleiten. Die Überprüfung, warum man abhängig von antreibenden und entspannenden Drogen ist tragen zu einem größeren Bewusstsein für die eigentlichen seelischen und körperlichen Bedürfnisse bei. Wir könnten uns den Wechseljahren auch selbstbewusst erhobenen Hauptes nähern in dem Wissen, dass wir damit in eine Reifestadium eintreten, welches uns völlig neue Möglichkeiten eröffnet wirkliche Selbstliebe zu praktizieren und die Kraft der Hitze dazu nutzen, uns entsprechend zu verändern.

Man könnte sie auch als „Me-Time“ feiern: Die Zeit im Leben einer Frau, wo die Kinder beginnen ihre eigenen Wege zu gehen, die Regelblutung und die Möglichkeit einer Schwangerschaft immer seltener werden und wir uns Raum geben, wirklich weibliche und kreative Seiten in uns auszuleben und uns neu zu erfinden.

Vortrag: Die verborgene Kraft der Wechseljahre
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Ein Vortrag für Frauen, die diese Lebensphase aktiv und positiv für sich gestalten wollen

Wann: 26.03.2014 um 19:00 Uhr

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