Beziehung retten – Wie Paare wieder zueinander finden

Beziehung retten - Wie Paare wieder zueinander finden

Beziehung retten – Wie Paare wieder zueinander finden

Gegensätze ziehen sich an. Und so auch seit Urzeiten die zwischen Mann und Frau. Was einst alleine als biologisches Programm zur Arterhaltung  gedacht war, hat im Zuge der evolutionären Entwicklung des Menschen unterschiedliche Betrachtungsweisen erfahren. Es ist gar nicht so lange her, dass die Ehe eine reine wirtschaftliche Zweckgemeinsachaft war.


Sie funktionierte, weil die Ansprüche an sie gering waren. Das Bild wandelte sich, als vor allem im Bürgertum die romantische Liebe proklamiert und zum Ideal erhoben wurde, nicht zuletzt in die Welt getragen auch von Goethe’s Werther. Damit änderte sich alles.

Die Ansprüche an die Beziehung, die idealerweise eine Ehe war, stiegen stark an und wurde zum Inbegriff des Lebensglückes. Dieses Bild wurde nach dem zweiten Weltkrieg stark genährt durch die Filmindustrie der 50er und 60er Jahre, in der die ideale Familie mit glücklicher Hausfrau und glücklichem Ehemann die Regel war. Das Pendant dazu fand sich in den deutschen Heimatfilmen- und Romanen.

Gegensätze ziehen sich an

Doch genau diese Gegensätzlichkeit ist es auch, die nach kurzer Zeit zum Stolperstein wird.

Viele Beziehungen folgen demselben Muster: Man lernt sich kennen, fühlt sich zueinander hingezogen, es folgen gute Gespräche,  Verliebtheit und Leidenschaft entflammen, eine Liebe beginnt als zarte Pflanze zu wachsen. Nach einiger Zeit beschließt man, gemeinsam eine Beziehung einzugehen und sich aufeinander einzulassen, vielleicht auch zu heiraten. Es folgen Pläne für die gemeinsame Zukunft und der Wunsch, Kinder zu bekommen. Alles erscheint in rosigem und romantischen Licht. Nicht umsonst enden hier die meisten Liebesfilme mit einem Happy End. „Und wenn sie nicht gestorben sind…“

Ein paar Jahre später ist alles eingespielt, die Rollen fest verteilt, der Alltag absehbar und die Leidenschaft nur noch als blasser Schimmer am Horizont sichtbar. Doch man macht sich nicht so viele Gedanken und hat auch gar nicht die Zeit dazu, denn die Organisation des kleinen Familienunternehmens fordert Beide in vollem Masse. Statt dessen denkt man: Wenn erst mal „die Kinder in der Schule sind“, „das Haus abbezahlt ist“, „der nächste Urlaub vor der Tür steht“, „das anstrengende Berufsprojekt vom Tisch ist“… dann wird alles besser. Die Zeit verrinnt und mit den Jahren wird einem klar: es wird nicht besser, eher schlechter. Dann setzt der nagende Frust ein, der als leiser Zweifler Einzug hält und wie ein schattenhafter Mitbewohner das traute Heim verdüstert.  Statt liebevolle Gespräche und Zärtlichkeit auszutauschen beginnt man, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen und oft dauert es nicht lange, bis einer von beiden sich nach einem neuen Partner sehnt, fremd geht, alles heraus kommt und die Trennung und Scheidung ins Haus steht. Viele Paare schaffen es an diesem Punkt, wieder in Kommunikation miteinander zu treten und sich darauf zu besinnen, was sie einst zusammengeführt hat. Sie begreifen, dass die Krise eine Chance für Reflexion und einen Kurswechsel ist und beginnen, sich wieder neu zu entdecken. Doch wie genau kann man seine Beziehung retten?

Der Schlüssel liegt wie in allen zwischenmenschlichen Beziehungen in einer gelungenen Kommunikation, gepaart mit der Einsicht, dass zur gemeinsamen Entfaltung auch Veränderung gehört und dass man als erstes damit beginnen sollte, einander zuzuhören. Denn genau hier scheitern die meisten Beziehungen: man glaubt, den anderen zu kennen und nimmt ihn in seinen Bedürfnissen und mit seinem Wesen nicht mehr wirklich wahr. Hier ist wahres Zuhören gefragt, das Anteil nimmt und ohne gleich die Antwort auf alles zu wissen, den anderen wirklich in seinem Ausdruck wahrnimmt und ihm Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Im Zwiegespräch wird jedem Partner eine feste Zeit eingeräumt, in der er alles sagen kann, was ihm auf dem Herzen liegt und was er offenbaren möchte, ohne vom anderen unterbrochen zu werden. Die zweite Regel besteht darin, dass man bei sich und seinen Gefühlen bleibt und Ich-Botschaften formuliert. Zwiegespräche können der erste Schritt sein, um wieder eine Kultur des Austausches in der Partnerschaft zu etablieren.

Ein weiterer Schritt besteht darin mehr darüber zu erfahren, wie unterschiedlich Männer und Frauen wirklich sind. Louann Brizendine hat in ihren beiden Büchern „Das männliche Gehirn“ und „Das weibliche Gehirn“ viele Forschungen zusammengetragen und in eine für den Laien verständliche Sprache gebracht. Sie weist nach, dass neben allen soziokulturellen Faktoren die Einfluss auf unser Mann- und Frau-Sein haben, die Gehirne von männlichen und weiblichen Föten schon in der 8. Schwangerschaftswoche bedingt durch eine Flut von Hormonen völlig unterschiedliche Entwicklungen nehmen. Daraus resultiert zum Beispiel, dass das Kommunikationszentrum bei Frauen drei Mal so groß ist wie das der Männer. Sie sind wesentlich stärker in der Lage, Mimik und Gestik des Gegenübers zu lesen und daraus Schlüsse zu ziehen und können sich an emotionale Episoden noch nach Jahren erinnern. Im Gegenzug dazu ist das sexuelle Zentrum bei Männern stärker ausgeprägt. Wer einmal beobachtet hat, mit welch blitzschnellen und nicht der bewussten Kontrolle unterliegenden Scan ein Menschen-Männchen ein Menschen-Weibchen scannt, welches ihm auf der Strasse entgegenkommt, weiß wovon die Rede ist.

In meiner Praxis höre ich oft: „Mein Mann versteht mich nicht, obwohl ich weiß, dass er mich liebt.“ Aber auch „dies oder jenes könnte ich meiner Frau nicht erzählen, sie würde es nicht verstehen sondern als Bedrohung empfinden.“

Beziehungen würden besser funktionieren, wenn sich Paare dieser Unterschiede bewusst wären und sie als Ergänzung zu ihrer eigenen Wahrnehmung schätzen würden, statt vor ihr Angst zu haben.

Machen wir uns nichts vor: Wir stehen erst am Anfang einer möglichen, wirklich partnerschaftlichen Entwicklung der Geschlechter in der es noch viel aus der Vergangenheit aufzuarbeiten gilt. Nichts desto trotz glaube ich, dass es jede Anstrengung wert ist sich wieder zu begegnen und eine Beziehung zu retten, wenn die grundsätzliche Wertschätzung und Liebe da ist. Wir sind als Männer und Frauen so wertvolle Wesen die jede für sich ihren Beitrag zu einer gelungenen Welt beitragen können und wo die gegenseitige Achtung und Wertschätzung zu einer wirklichen Begegnung der polaren Kräfte von männlicher und weiblicher Energie führen können. Ein wirklich offenes Ohr und Herz für unseren Partner zu haben, ist der erste Schritt dazu.

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Ein Kommentar zu Beziehung retten – Wie Paare wieder zueinander finden

  1. Ein schöner Artikel der genau die Probleme anspricht die sich in einer Beziehung bzw. Ehe leider in den meisten fällen entwickeln. Meiner Meinung nach sollte man spontaner sein seinen Partner ab un zu überraschen nicht nur mit Geschenken sonder eher mit Aktionen,mit Kleinigkeiten, ab und zu sollte man auch zu den Wurzeln der Beziehung oder Ehe zurückkehren, da wo man sich das erste mal getroffen hat oder wieder spazieren mit Händchen halten, und natürlich Liebe mit einander machen öfter und an verschiedenen Platzen, neue Positionen ausprobieren etc. Solche Sachen können wirklich helfen und eine Beziehung oder Ehe wieder den verlorenen Glanz wider herstellen…
    LG Silvio

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