Alles beginnt im Kopf

Alles beginnt im Kopf - über die Macht unserer Gedanken und Gefühle

Alles beginnt im Kopf – über die Macht unserer Gedanken und Gefühle

Dies ist eine weit verbreitete Weisheit, aber welches bedeutende Ausmaß sie hat, können wir vielleicht nur erahnen. Ich bin heute morgen mit einem etwas traurigen Gefühl aufgewacht. Ich beobachtete mich dabei, wie ich selber Konstrukte in meinem Kopf erstellte: Das liegt daran, dass das Wetter heute schlecht ist… das liegt daran, dass in der Stadt mehr Unruhe herrscht als auf dem Land…das liegt daran, dass ich nicht so gut geschlafen habe…, das liegt daran, dass… Mein Kopf versuchte augenscheinlich in einem fort Erklärungen für mein Gefühl zu finden, um es besser einordnen zu können. 

Und ich wußte gleichzeitig: Nichts davon stimmt. Ich bin einfach etwas traurig, weil es einen bestimmten Stressor in meinem Leben gibt, den ich nicht sofort abstellen kann. Das ist alles. Das heißt: Vieles von dem, was mein Kopf mir ständig erzählt, ist nicht real. denn: Er sucht ständig Vergleiche mit alten Situationen, gleicht sie miteinander ab und erinnert sich anhand von Kleinigkeiten wie einem Geruch, einem Geräusch oder einer Melodie an alte Ereignisse und ruft dazu die passende Stimmung hervor. Die muss aber so gar nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben, sondern ist – ganz im Gegenteil – meist völlig losgelöst davon. Ganz konkret bedeutet das: Unsere alten Erfahrungen, Erinnerungen, Eindrücke und Gefühle filtern beständig alles, was uns im Außen begegnet. Ständig sucht ein Teil unseres Gehirns die Umgebung ab nach Feinden oder gefährlichen Situationen und interpretiert sie anhand der eigenen Vergangenheit. Wir glauben, im Moment zu sein, sind aber beständig mit der Vergangenheit beschäftigt. Besonders deutlich wird dies, wenn wir emotional getriggert werden und binnen Sekunden wie ein HB-Männchen in die Luft gehen. In den seltensten Fällen hat der Auslöser dieses inneren Tumultes uns absichtlich verletzt. Doch was in solchen Momenten passiert, scheint außerhalb unserer bewussten Steuerung zu liegen.

Ich habe im Laufe der letzten Jahre über Mediation und andere Instrumente gelernt, eine bessere Beziehung zu meinem Unterbewussten aufzubauen und seine Signale stärker wahrzunehmen. Das hilft mir dabei, besser und leichter in den Beobachter wechseln zu können, der sich manche Dinge distanziert und etwas amüsiert betrachtet und mich dann, wenn ich bereit bin zuzuhören, mit seiner Wahrheit konfrontiert. Diese wirft mich eigentlich immer auf mich selber zurück. ICH bin verantwortlich, für das was ich fühle. ICH bin verantwortlich, für das, was ich denke. NUR ICH kann Dinge in meinem Leben verändern, die mir nicht behagen. Eine Faustregel in diesem ganzen Spiel ist: Je emotionaler ich werde, desto mehr hat es mit mir selber, einem Defizit oder – wie es in der Jung’schen Psychologie heißt – mit dem eigenen Schatten zu tun und desto größer sollte der Drang sein, sich damit auseinander zu setzen.

Letztendlich ist wahr, was die meisten spirituellen Ausrichtungen sagen: Das Glück findet man nie im Außen, sondern kann es nur als Zustand in sich selber finden. In unserer Gesellschaft wird alles daran gesetzt, uns zu suggerieren, dass die Umwelt gefährlich ist und dass wir das Glück im Außen suchen sollen. Ich habe in meinen Meditationen so ekstatische Zustände erlebt, dass ich mit Bestimmtheit weiß, dass das eine Illusion ist. Ich habe weiterhin viel Spaß an materiellen Dingen, aber ich weiß auch, dass es eine Dimension hinter dieser Realität gibt, für dich ich immer feinere Antennen kriege und die mir immer wichtiger wird.

Quantenphysik, Epigenetik, Neurowissenschaft, alte Kulturen: Alle weisen darauf hin, dass wir tatsächlich zu 99,99999% aus Energie bestehen und dass diese einen immensen Einfluss auf uns ausübt und die Materie formt. Es lohnt sich also, den Blick ein wenig nach Innen zu richten und sich damit zu beschäftigen. Denn wenn man Zugang dazu bekommt, fangen die kleinen und großen Wunder im Leben an. Die, an die wir als Kind noch geglaubt haben. Das habe ich erfahren und das erfahren die Menschen um mich herum. Je mehr sie sich selbst leben, in desto stärkerem Maße.

Ein Zitat kommt mir immer in den Sinn, wenn ich drohe in meinen alten Opfermodus abzutauchen: „Ich habe immer die Wahl“. Das hat Viktor Frankl gesagt, während er im KZ einsaß, in dem seien ganze Familie umgebracht wurde. Das bringt mich sofort in meine Demut zurück und erinnert mich daran, wer ich wirklich sein möchte.

Wer mehr über die Macht der Gedanken und Gefühle in uns verstehen lernen möchte, dem sei das letzte Buch von Joe Dispenza ans Herz gelegt. „Du bist das Placebo“. Ein Augenöffner über unsere wahre Macht. Viel Freude damit!

 

 

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