5 Wege zum erotischen Orgasmus – Teil 1

Der erotische Orgasmus

Der erotische Orgasmus

Ein erotischer Orgasmus – ist das nicht doppelt gemoppelt? Aus meiner Erfahrung als Frau glaube ich sagen zu können, dass es gewaltige Unterschiede bei Orgasmen gibt und dass nicht jeder Orgasmus erotisch, geschweige denn befriedigend ist.

Erotisch ist ein Orgasmus dann für mich, wenn alle Zellen meines Körpers vibrieren, wenn mein Kopf völlig leer ist und ich mich vertrauensvoll und fließend fallen lassen kann.

 Der Weg dahin ist ein Prozess und lässt sich nicht erzwingen, hat aber ganz entschieden etwas damit zu tun, ob ich mit dem Partner ein gemeinsames Tempo finde und das Gefühl habe, wirklich wahrgenommen zu werden. Dann kommt ein Moment der Verbundenheit, das Gefühl, wie ein einziger Körper zu werden bei dem die Grenzen des Ich und Du verschwimmen und sich auflösen und der Orgasmus transportiert diese Energie der Verbundenheit durch den ganzen – und wahrscheinlich auch durch beide Körper.

Diese Momente eines erotischen Orgasmus sind nicht auf Kommando reproduzierbar, aber man kann Einiges erlernen damit sie leichter und öfter stattfinden. Man sagt nicht umsonst, dass Sex im Kopf beginnt. Doch da der Körper unmittelbar beteiligt ist lohnt es sich durchaus, viel über ihn zu wissen und sich mit vertraut zu machen wie mit einem guten Freund. Der Sex wird besser, glaubt es mir.

Ohne Atmen geht es nicht.

Der Körper ist ein subtiles Instrument für vielfältige Wahrnehmungen. Dabei findet nur ein verschwindend kleiner Teil über den kognitiv arbeitenden Verstand statt. Der gesamte Körper ist ein Seismograph für Stimmungen und Empfindungen der uns in Sekundenbruchteilen mehr über einen Menschen sagt, als wir in Worte fassen können. Aber wir haben „ein Gefühl“. Dieses Gefühl kann man auch für seinen eigenen Körper kultivieren und es fängt damit an, dass man beginnt beim Sex wirklich zu atmen. Der Atem ist der Schlüssel zu jeder tiefen Empfindung und bringt uns überhaupt erst in Verbindung mit ihm. Ohne entspanntes Atmen kein Fluss und ohne Fluss kein Fühlen. Für nichts trifft das mehr zu als für die Sexualität und ihr Erleben.

Meine eigenen Orgasmen haben sich im Laufe der Jahre stark verändert. Sie begannen mit viel Arbeit und fast als Kraftakt, bei dem ich mich anstrengen und anspannen musste um ihn zu erreichen. Der Orgasmus war eher kurz und heftig als ausdauernd und lang. Die Empfindungen verblassten schnell wieder. Es war eine Zeit, da hatte ich eindeutig eher das Ziel vor Augen als den Weg dorthin.

Dann kam ein Aha-Moment – ich weiß nicht wodurch ausgelöst – der mich dazu brachte beim Sex zu einer wirklich tiefen Bauchatmung überzugehen. Interessanterweise wurde damit alles spannender, die ganzen Empfindungen vertieften sich und wurden intensiver und plötzlich rollten Orgasmen durch einen kleinen Auslöser über mich hinweg, umspülten mich und hüllten mich ein und das Kommen, alleine durch Penetration, war einfach und schön geworden. Es war, als hätte ich einen direkten Draht zu meiner Yoni – meinen ganzen Sexualorganen gefunden, der – je mehr er wahrgenommen wurde – ein immer festeres Band ergab, das mit der Zeit fast wie ein Stromleiter reagierte und die Energie direkt in den Schoß lenkte. Das Befreiendste daran war allerdings  dass ich mich nicht mehr abarbeiten musste um zum Höhepunkt zu gelangen, er entstand meistens einfach und oft mehrfach ganz von selbst und auch auf dem Weg dorthin fühlte ich mich und meinen Partner intensiver und inniger verbunden.

Multipler Orgasmus beim Mann

Ein Mal war es mir vergönnt einen Mann zu erleben, der multiple Orgasmen hatte wie eine Frau. Er atmete die ganze Zeit tief und entspannt und an seinem Körper war genau zu sehen, wie die Energie sich aufbaute und sich dann in einem Orgasmus entlud, der seinen  ganzen Körper erschütterte, ohne dass er ejakulierte. Man sah ihm aber an, dass die Empfindungen intensiv und erfüllend waren. Dies geschah mehrmals und ganz zum Schluss entlud er sich auch mit einer Ejakulation. Hier war mit Sicherheit der Atem der Schlüssel zu diesem Erlebnis, gepaart mit dem Wissen darüber, wie er die Energie statt nach Außen, nach innen und hoch lenken konnte.

Atmen lernen beim Sex

Ich erlebe immer wieder, dass Tantra und Tantramassagen von vielen Menschen, die sich noch nicht damit beschäftigt haben, belächelt und als esoterischer Unsinn abgetan werden. Meist herrscht eine gewisse Zurückhaltung und peinliches Schweigen wenn ich sage, was ich beruflich mache, denn es geht um Sexualität und Orgasmus.

Für mich persönlich sind Tantramassagen ein sehr erdiger Weg um seine Sexualität zu befreien vom Ballast falscher moralischer Vorstellungen, die wir alle auf die ein oder andere Weise in uns aufgesogen haben und derer wir uns oft nicht  mal bewusst sind. Bei der Tantramassage kann man das Atmen lernen und viel über sich erfahren, um wieder ein Stück freier in Kopf und Körper in seinen Alltag zurück zu kehren.

Eigentlich müsste die Krankenkasse die Kosten übernehmen, denn Tantramassagen sind mit Sicherheit genau so gesundheitsfördernd wie Yoga und Pilates und Rückenschule.

Wenn sich Atmen und sexuelle Energie verbinden, dann entsteht Ekstase. Dies ist für mich der eigentlich natürliche Zustand des Menschen. Und dann wird das ganze Leben eine Aneinanderreihung erotischer und lustvoller Momente bei denen man das Leben umarmt und für alles dankbar ist.

Ein Kommentar zu 5 Wege zum erotischen Orgasmus – Teil 1

  1. Ein schöner Artikel. Ich zum Beispiel habe auch durch Tantra Massagen zu meinen Orgasmus gefunden bzw. diese haben mir geholfen mich zu entspannen und mich der Lust hinzugeben. Das zärtliche Streichen und Berühren lässt mich erstens locker werden und danach quasi alles um mich vergessen und mich der Sinnlichen Verführung hingeben und der Lust überlassen..LG

Schreibe einen Kommentar